Agenturmeldung vom 16.04.2019, 12:45

AOK warnt vor "Fokus auf Preiswettbewerb" bei Krankenkassen

Berlin (dpa) - Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) haben vor negativen Folgen einer bundesweiten Öffnung regional begrenzter Kassen gewarnt. Solche Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) führten nicht zu einer besseren Versorgung, sondern einem "einseitigen Fokus auf den Preiswettbewerb", erklärte der AOK-Bundesverband am Dienstag in Berlin.

Den Wettbewerb um den günstigsten Beitragssatz zu fördern, interessiere vor allem junge und gesunde Versicherte. Dies habe aber keinen Mehrwert etwa für chronisch Kranke, die auf Angebote vor Ort angewiesen seien. Zudem könne nicht jeder Vertrag etwa für Hausarztmodelle einfach von einer Region in andere übertragen werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will gesetzliche Regionalbegrenzungen streichen, die für die elf AOKs, bestimmte Betriebskrankenkassen und Innungskrankenkassen gelten. Dies soll den Wettbewerb unter den Kassen erweitern. So sollen sich Kunden aus ganz Deutschland für Kassen entscheiden können, die wegen günstiger regionaler Bedingungen einen günstigeren Zusatzbeitrag anbieten. In der Koalition stoßen die Pläne bei SPD und CSU auf Widerstände.