Agenturmeldung vom 17.05.2019, 11:43

Länder fordern Verbot angeblicher Therapien gegen Homosexualität

Berlin (dpa) - Die Bundesländer wollen, dass umstrittene Behandlungen zur angeblichen Heilung von Homosexualität verboten werden. Homosexualität sei keine Krankheit und deshalb auch nicht behandlungsbedürftig, sagte der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) am Freitag im Bundesrat. "Leider gibt es immer noch zu viele Menschen, die meinen, Homosexuelle könnten durch wirre Behandlungsmaßnahmen zu Heterosexuellen gemacht werden." In Extremfällen berichteten Betroffene sogar von Exorzismus. Die sogenannten Konversionstherapien könnten schwerwiegende psychische Erkrankungen zur Folge haben.

Die Länderkammer forderte den Bundestag auf, ein Verbot dieser angeblichen Therapien einschließlich strafrechtlicher Sanktionen zu prüfen. Weiter soll die Bundesregierung prüfen, ob Betroffenen Schadenersatz zusteht. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat bereits ein Verbot der umstrittenen Behandlungen angekündigt. Noch fraglich sei ein angemessenes Strafmaß, sagte er im Februar. Die diskutierte Geldbuße von 500 Euro halte er für «nicht übermäßig abschreckend».