Agenturmeldung vom 07.06.2019, 11:21

AOK kritisiert Spahns Pläne zu Krankenkassen-Reform

Stuttgart (dpa/lsw) - Die AOK Baden-Württemberg lehnt den Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ab, der regionale Kassen für Versicherte in ganz Deutschland öffnen will. AOK-Chef Christopher Hermann sagte am Freitag in Stuttgart: "Es ist in der Folge des bewährten, regionalen Versorgungswettbewerbs nur eine konsequente und zielführende Option, wenn alle Kassen regionale Beitragssätze anbieten müssten. Damit könnte jeder Versicherte bei der Kassenwahl Leistung und Preis exakt vergleichen." Die AOK ist mit 4,4 Millionen Versicherten Marktführer im Südwesten.

Hermann unterstützte gleichfalls die ablehnende Haltung von Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) zu den Plänen von Spahn. Mit regionalen und oft bis in die Kommunen hinein reichender Gestaltung von Qualität und Strukturen in der Gesundheits- uns Pflegeversorgung bewiesen sich regionale Kassen wie die AOK Baden-Württemberg jeden Tag erfolgreich im Versorgungswettbewerb, sagte der Landeschef weiter.

Lucha erklärte am Mittwoch, "Warum eine gesetzlich verordnete Gleichmacherei zu einer insgesamt besseren Versorgungsqualität für Patienten oder höheren Wirtschaftlichkeit führen sollte, ist rational nicht nachvollziehbar." Die Versorgung müsse sich auch weiterhin am Patienten und den regionalen Gegebenheiten vor Ort orientierten. Spahn will regionale Begrenzungen streichen, die unter anderem noch für die elf selbstständigen Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) bestehen. Dies soll den Wettbewerb erweitern.