Agenturmeldung vom 05.02.2020, 16:53

WHO braucht Millionen für Vorkehrungen gegen Coronavirusausbreitung

Genf (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) braucht in den kommenden drei Monaten zusätzlich mehr als 600 Millionen Euro für die Eindämmung des in China aufgetauchten neuen Coronavirus. Nach den Berechnungen sind 675 Millionen Dollar (613 Millionen Euro) nötig, um auch ärmeren Ländern zu helfen, sich auf einen möglichen Ausbruch vorzubereiten, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. "675 Millionen Dollar ist viel Geld, aber es ist deutlich weniger als das, was auf uns zukommen könnte, wenn wir nicht jetzt in die Vorkehrungen investieren", sagte Tedros.

Er äußerte Verständnis für die Menschen weltweit. «Wir verstehen, dass die Menschen besorgt sind», sagte er. "Aber dies ist nicht der Zeitpunkt für Angst oder Panik. Dies ist ein Zeitpunkt für rationales Handeln, so lange wir noch ein Fenster haben, diesen Ausbruch unter Kontrolle zu bringen." China hatte am Morgen fast 4000 neue Fälle und insgesamt mehr als 24 000 Fälle gemeldet. Es sei der stärkste Anstieg innerhalb von 24 Stunden gewesen, sagte Tedros.

Die WHO verschicke 250 000 Testsets an 70 Labore weltweit, um den Nachweis von Infektionen zu beschleunigen, sagte Tedros. Zudem würden unter anderem eine halbe Million Gesichtsmasken und 350 000 Paar Handschuhe an Einrichtungen in 24 Länder verschickt.