Agenturmeldung vom 13.03.2020, 11:13

Angst vor Coronavirus: Schulschließungen in mehreren Bundesländern

Berlin (dpa) - Wegen des neuartigen Coronavirus haben inzwischen vier Bundesländer angekündigt, Schulen und Kitas vorübergehend zu schließen. Bayern, das Saarland, Berlin und Niedersachsen wollen damit die Ausbreitung des Virus verlangsamen. Es ist damit zu rechnen, dass sich weitere Bundesländer dieser Entscheidung anschließen. Millionen Eltern in Deutschland müssen sich nun Gedanken machen, wie sie die Betreuung ihrer Kinder sicherstellen.

Bayern ordnete am Freitag eine Schließung aller Schulen, Kindergärten und Kitas ab Montag bis zum Beginn der Osterferien an. Damit sind in Bayern faktisch bis zum 20. April die Bildungseinrichtungen geschlossen. Eine solche Regelung hatte zuvor als erstes Bundesland auch das Saarland getroffen. Auch in Niedersachsen sollen nach dpa-Informationen alle Schulen von Montag an geschlossen bleiben. Nach zwei Wochen außerplanmäßiger Schließung würden dann am 30. März nahtlos zwei Wochen Osterferien beginnen.

In Berlin stellen nach einer Mitteilung des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) ab Montag Schulen und Kitas "stufenweise ihren Betrieb ein". Begonnen werden soll mit den Oberstufenzentren.

Auch in anderen Bundesländern wurde am Freitag über flächendeckende Schulschließungen beraten. Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sagte, wenn es dazu käme, wären im bevölkerungsreichsten Bundesland auf einen Schlag 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche ohne geregelte Betreuung.

In Deutschland gibt es laut Statistischem Bundesamt - einschließlich Berufsschulen - rund 43 000 Schulen mit 11 Millionen Schülern und 820 000 Lehrern.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey verwies auf die Probleme, die flächendeckende Schulschließungen mit sich bringen. Ein solcher Schritt würde Eltern betreffen, die dann in Kliniken, in der Pflege oder Arztpraxen fehlen würden, sagte die SPD-Politikerin der Rhein-Neckar-Zeitung (Freitag). "Häufig springen die Großeltern bei der Betreuung ein. Damit würden die Älteren gerade aber umso mehr gefährdet."

Bayern kündigte einen Notfallplan für die Betreuung bestimmter Kinder an. "Wir werden eine Betreuung sicherstellen für Eltern, die in systemkritischem Berufen tätig sind", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Der Freistaat erlässt zugleich weitreichende Auflagen für den Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen. Die bayerische Kommunalwahl am Sonntag soll aber stattfinden.