Agenturmeldung vom 09.08.2022,17:04

Drogenbeauftragter lobt Suchthilfe-Projekt in Halle als «vorbildlich»

Halle (dpa/sa) - Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert, hat ein Projekt in Halle zur Unterstützung von Suchtkranken als beispielhaft für die Betreuung solcher Erkrankungen bezeichnet. "Es muss darum gehen, die Betroffenen und ihre Angehörigen konstant zu begleiten", sagte Blienert am Dienstag in der Saalestadt. Beides leiste das Projekt in "vorbildlicher Weise".

Die Krankenkasse AOK begleitet seit fast 15 Jahren betroffene Versicherte über einen längeren Zeitraum. Es gehe darum, die Leute zur Eigenverantwortung zu bewegen und geduldig niedrigschwellige und unbürokratische Angebote zu machen, erklärte ein Mitarbeiter des Sozialtherapeutischen Zentrums Halle. Das Projekt setze auf diese langfristige begleitende Unterstützung. Neu sei auch, dass die Krankenkasse jenseits der reinen Entgiftung die Kosten für eine zeitweilige und probeweise Unterstützung trage.

Eine Sucht sei kein Stigma, sagte Blienert. Eine solche Krankheit frühzeitig zu begleiten sei eine große Herausforderung des Gesundheits- und Sozialsystems. Man müsse weg von Bestrafung und hin zum Schutz der Betroffenen. Eine engmaschige Betreuung wie in Halle zeige in diese Richtung.