Wie der Qualitäts-Stempel auf die Klinik kommt

ams-Stichwort: Zentren-Zertifizierung

Foto: Röntgenaufnahme

12.03.15 (ams). Die Überlebensrate von Patientinnen liegt in zertifizierten Brustkrebszentren bei 90 Prozent, in nicht zertifizierten Kliniken bei nur 83 Prozent. Das ist eines von zahlreichen Ergebnissen, die im Krankenhaus-Report 2015 nachzulesen sind. Für den Geschäftsführenden Vorstand des AOK-Bundesverbandes Uwe Deh sind Krebszentren beispielgebend für eine Klinikreform, die auf Qualität setzt. Verfolgte man diesen freiwilligen Ansatz konsequent weiter, würden Patienten und gute Kliniken gleichermaßen profitieren, ist Deh überzeugt. Der AOK-Medienservice (ams) erläutert das Zertifizierungsverfahren der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG).

Der Nationale Krebsplan unterscheidet in einem Stufenmodell drei Formen zertifizierter Zentren: Organkrebszentrum, Onkologisches Zentrum  und Onkologisches Spitzenzentrum. Während Organkrebszentren auf die Behandlung eines Organs spezialisiert sind, betreuen die Onkologischen Zentren mehrere Tumorarten unter einem Dach. Der Schwerpunkt Onkologischer Spitzenzentren liegt auf der Entwicklung neuer Therapiestrategien.

Trotz unterschiedlicher Aufgabenspektren unterziehen sich alle Zentren in diesem System freiwillig einer strengen Qualitätskontrolle nach einheitlichen Maßstäben. Die Einheitlichkeit stellt sicher, dass unabhängig von der Einrichtung, in der ein Patient behandelt wird, dieselben Regeln für die onkologische Versorgung gelten und somit die Behandlungsergebnisse vergleichbar sind.

Jährlicher Qualitätscheck

Die Zentren müssen jährlich nachweisen, dass sie die fachlichen Anforderungen für die Behandlung einer Tumorerkrankung erfüllen und zudem über ein etabliertes Qualitätsmanagementsystem verfügen. Die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe haben dafür 2013 ihre Anforderungskataloge harmonisiert und in einem einheitlichen Erhebungsbogen zusammengefasst.

Kern dieses Erhebungsbogens ist die Erfassung und damit der Nachweis eines Netzwerks aus stationären und ambulanten Einrichtungen, in dem alle an der Behandlung eines Krebspatienten beteiligten Fachrichtungen eng zusammenarbeiten. Neben Chirurgen, Radioonkologen, Pathologen, Experten für die medikamentöse Tumortherapie und weiteren Fachdisziplinen gehören dazu unter anderem auch onkologische Pflegekräfte, Psycho-Onkologen und Sozialarbeiter. Das Netz umfasst Krankenhäuser ebenso wie niedergelassene Ärzte und Rehabilitationseinrichtungen.

Das gesamte Zertifizierungssystem und somit auch die Durchführung der Audits werden durch das unabhängige Institut OnkoZert betreut. Der Prozess der Zertifizierung hilft den Kliniken, ihre Versorgung von Krebspatienten immer weiter zu verbessern, und das Zertifikat kann den Patienten als Richtschnur bei der Wahl ihrer Klinik dienen.


Zum ams-Polik 03/15