Wie sehen gute Kontrollen in der Pflege aus?

ams-nachgefragt: Christiane Lehmacher-Dubberke

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Christiane Lehmacher-Dubberke

12.05.16 (ams) "In der Häuslichen Krankenpflege sind im Rahmen der Qualitätsprüfungen die Überprüfung der pflegerischen Versorgung derzeit nur möglich, wenn der zu Pflegende auch Sachleistungen aus der Pflegeversicherung bezieht. Das muss sich unserer Meinung nach ändern. Denn neben dem Aufdecken von mangelnder pflegerischer Qualität können auch Hinweise auf eine Abrechnungsmanipulation gefunden werden. Die Qualitätsprüfungen können angemeldet oder aber auch bei einem Anlass unangemeldet stattfinden. Wir haben bereits gute Erfahrungen mit Prüfungen bei den Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung gemacht, sowohl in Pflegeheimen als auch in der ambulanten Pflege.

Den Kontrollen wären aber natürlich Grenzen gesetzt. Würden die Prüfungen genauso ablaufen, wie wir das aus der Pflegeversicherung kennen, muss es für eine anlassbezogene Prüfung etwa den Verdacht eines Qualitätsmangels oder einer manipulierten Abrechnung geben. Für die pflegerische Überprüfung beim Pflegebedürftigen beziehungsweise Patienten gilt – wie bei den Prüfungen der Pflegeversicherung – das Hausrecht. Die Pflegebedürftigen müssten schriftlich ihr Einverständnis zur Kontrolle geben. Geben sie die Einwilligung nicht, müssen die Prüfer draußen bleiben. Dennoch wird allein schon mit der Möglichkeit der Qualitätskontrolle ein Zeichen gesetzt.“


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