45 Prozent ...

Zahl des Monats

Foto: Arzt untersucht Bauchraum einer Patientin

... des Marktes für Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) entfallen auf Ultraschalluntersuchungen (26,9 Prozent) und Leistungen im Rahmen der Glaukomvorsorge (18,1 Prozent), dem sogenannten Grünen Star. Das ist ein Ergebnis der Analysen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für den WIdOmonitor 1/2019. 2.007 GKV-Versicherte waren im Auftrag des WIdO repräsentativ befragt worden.  Da Selbstzahlerleistungen bei den Ärzten nirgendwo einsehbar sind beziehungsweise dokumentiert werden, ist eine Versichertenbefragung die einzige Möglichkeit, zu näheren Informationen über den IGeL-Markt zu gelangen.

Bei den Ultraschalluntersuchungen handelt es sich vor allem um Leistungen für Frauen ab 30 Jahren. 51,1 Prozent dieser Leistungen entfallen auf Untersuchungen des  Unterleibs, weitere 23,9 Prozent auf eine entsprechende Untersuchung der Brust. Das Angebot der Glaukomfrüherkennungen richtet sich vor allem an Patienten ab einem Alter von 50 Jahren. Einzelne Facharztgruppen bieten IGeL häufiger als andere an. Augenärzte tun dies im Durchschnitt siebenmal so häufig wie Allgemeinmediziner, Frauenärzte fast fünfmal so oft.

Ein weiteres Drittel der IGeL entfällt auf Blutuntersuchungen und Laborleistungen (11,1 Prozent) sowie die Verordnung von Medikamenten beziehungsweise Heil- und Hilfsmitteln (9,9 Prozent), ergänzende Krebsfrüherkennung bei Frauen (7,0 Prozent) und schließlich die Bestimmung des PSA-Wertes in der Prostata (4,5 Prozent)

Bei all diesen Angeboten ist das Einkommen der Patienten offenbar auch relevant. Deutlich mehr als jeder Dritte (35,4 Prozent), dem der Arzt ein IGeL-Angebot gemacht hat, verfügt über ein Haushaltseinkommen von über 4.000 Euro im Monat. Bei einem Verdienst unter 2.000 Euro war es nur gut jeder Fünfte (21,6 Prozent), dem der Arzt eine IGeL-Leistung anbot. Der Durchschnitt aller Befragten lag bei 28,9 Prozent.


Zum ams-Politik 03/19