Kommt die Gesundheit im Bericht der Kommission zu kurz, Herr Litsch?

ams-nachgefragt zum Bericht der Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse" bei Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes

Foto: Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverband

Martin Litsch

15.08.19 (ams). "Die Gesundheitsversorgung auf dem Land muss bei der Debatte um gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland eine Schlüsselrolle einnehmen. Doch bis sich diese Erkenntnis durchsetzt, haben wir noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Das konnte man zuletzt auch daran erkennen, dass die Bundesländer bei der Vorstellung der Kommissionspläne nicht dabei waren und Themen wie Internet- und Verkehrsanbindung an erster Stelle standen beziehungsweise für die Gesundheitsversorgung gar keine konkreten Maßnahmen beschlossen wurden. Dabei sollte Gesundheitsversorgung als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge bei allen konzeptionellen Überlegungen zumindest eine ebenso prominente Rolle spielen.

Denn unter allen Infrastruktureinrichtungen ist den Deutschen die Gesundheitsversorgung am wichtigsten. Das hat eine von uns beauftragte Forsa-Umfrage gezeigt. Ein weiteres Ergebnis war, dass die Bevölkerung auf dem Land sehr wohl Befürchtungen und Erfahrungen hat, in der Gesundheitsversorgung schlechter gestellt zu werden. Gleichzeitig konnten wir aber auch sehen, wie aufgeschlossen die Menschen für innovative Versorgungsformen wie Videosprechstunden, mobile Arztpraxen und die Betreuung durch speziell qualifizierte medizinische Fachkräfte sind. Doch für diese Angebote braucht man selbstverständlich die Anbindung ans schnelle Internet und eine moderne Verkehrsinfrastruktur. Deshalb sind gleichwertige Lebensverhältnisse ein Querschnittsthema. Die verschiedenen Bereiche müssen zusammen gedacht werden.

Mit unserer Initiative "Stadt. Land. Gesund." machen wir deutlich, dass die AOKs vor Ort gemeinsam mit Pflegediensten, niedergelassenen Ärzten sowie Krankenhäusern und vielen weiteren Partnern gute und innovative Versorgungsangebote schaffen und ein zentraler Ansprechpartner für die Gesundheitsversorgung sind."


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