2,99 Prozent beträgt ...

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18.10.19 (ams) ...  der sogenannte Orientierungswert für Krankenhauskosten 2019. Dabei handelt es sich um eine wichtige Kenngröße für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die Krankenhäuser. Der Orientierungswert spiegelt die durchschnittliche jährliche prozentuale Veränderung der Krankenhauskosten wider, die ausschließlich auf Preis- oder Verdienständerungen zurückzuführen ist. Damit ist er eine wichtige Basis für Budgetverhandlungen im Kliniksektor.

Der jetzt vom Statistischen Bundesamt (Destatis) gemäß Paragraf 10 Absatz 6 Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) veröffentlichte Orientierungswert für Krankenhäuser bezieht sich auf den Zeitraum des zweiten Halbjahres 2018 und des ersten Halbjahres 2019. Der Teilorientierungswert für Personalkosten liegt bei 3,79 Prozent und für Sachkosten bei 1,68 Prozent.

Mit dem Beitragsschuldengesetz gab es eine Anpassung der gesetzlichen Regelung zum Orientierungswert. Sollte die Grundlohnrate höher sein als der Orientierungswert, wird der Veränderungswert im Krankenhausbereich der Grundlohnrate entsprechen. Der Orientierungswert liegt wie in den Jahren zuvor unter der aktuellen Grundlohnrate von 3,66 Prozent. Laut Gesetz gilt dann die Grundlohnrate automatisch als Veränderungswert (Meistbegünstigungsklausel). Durch die Meistbegünstigungsklausel erhalten die Kliniken jedes Jahr mehr von den Krankenkassen, als sie für den Ausgleich ihrer Betriebsausgaben benötigen. Hinzu kommt, dass bei der Ermittlung des Orientierungswertes nicht die Entwicklung der Erlösseite der Krankenhäuser einbezogen wird. Produktivitätssteigerungen des Krankenhauses werden damit nicht adäquat abgebildet.


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