Vorbereitung auf die deutsche EU-Ratspräsidentschaft

EU-Ticker

Foto: Auschnitt der Europa-Flagge

26.11.19 (ams). Die Bundesrepublik Deutschland übernimmt am 1. Juli für das zweite Halbjahr die EU-Ratspräsidentschaft. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat am 8. Oktober 2019 Verbände und Organisationen des Gesundheitswesens über die geplanten gesundheitspolitischen Schwerpunkte der deutschen Ratspräsidentschaft informiert. Das Ministerium will sich nach Darstellung von Staatssekretär Thomas Steffen als „konstruktiver Vermittler“ dafür einsetzen, dass Lösungen für strittige Themen wie die Zusammenarbeit bei der Bewertung von Gesundheitstechnologien (Health-Technology-Assessment) auf EU-Ebene gefunden werden. Zu weiteren Schwerpunkten der deutschen Ratspräsidentschaft im Bereich Gesundheitspolitik zählt laut BMG die Einrichtung eines europäischen Datenraums (European Health Data Space), um Gesundheitsdaten grenzüberschreitend besser für die öffentliche und industrielle Forschung nutzen zu können. Das Ministerium will die deutschen Gesundheitsverbände und -organisationen eng in die Vorbereitung der Präsidentschaft einbinden.

Einsatz von Biosimilars fördern

26.11.19 (ams). Die EU-Kommission möchte den Markt für Biosimilars ankurbeln, um die Gesundheitssysteme der Mitgliedstaaten finanziell zu entlasten. Über geeignete Maßnahmen dazu haben Vertreter von Arzneimittelbehörden, Ärzten und anderen Gesundheitsberufen, Pharmaindustrie, Patientenorganisationen und Krankenkassen am 30. Oktober in Brüssel diskutiert. Mehr als die Hälfte der Arzneimittel-Neuzulassungen sind inzwischen Biologika, komplexe Moleküle, die nur biologisch hergestellt werden können. Wenn die Patente abgelaufen sind, können Biosimilars als wirkstoffgleiche Nachahmerprodukte auf dem Markt kommen. Nach einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK ist der Biosimilar-Wettbewerb hierzulande trotz wachsender Marktanteile nur schwach ausgeprägt. Die Produkte werden vergleichsweise zurückhaltend verordnet. Laut WIdO liegt der durchschnittliche Verordnungsanteil innerhalb der jeweiligen Wirkstoffe nur bei 15 Prozent gegenüber den Originalbiologika. "Bei der Konferenz in Brüssel wurde deutlich, dass für eine Ausweitung der Biosimilar-Verordnungen die Informationen für Ärzte und Patienten nach wie vor eine Schlüsselrolle spielen", sagt AOK-Europaexperte Evert Jan van Lente.

AOK-Experte vertritt Krankenkassen-Interessen bei der EMA

26.11.19 (ams). Seit Mitte Oktober 2019 vertritt der AOK-Bundesverband in Person seines Brüsseler Vertreters Evert Jan van Lente die Interessen der Sozialversicherungen direkt bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA. "Es geht darum, frühzeitig reagieren zu können, wenn neue Arzneimittel auf den Markt kommen. Der direkte Kontakt zur EMA ermöglicht es uns, frühzeitig mit allen Beteiligten Studien zu gestalten, in denen es darum geht, aussagefähige Belege für die Nutzenbewertung zu bekommen", erläutert van Lente. "Durch die frühe Einbindung können sich die nationalen Gesundheitssysteme auch rechtzeitig darauf vorbereiten, wenn besonders teure Arzneimittel in die Verordnung kommen, die aufgrund ihrer besonderen Bedeutung für die Versorgung ohne vollständige Studienlage beschleunigt zugelassen werden." Beispiele dafür seien die neuen CAR-T-Zelltherapien bei bestimmten Krebserkrankungen. "Der deutsche Gesetzgeber hat die Möglichkeit geschaffen, dass der Gemeinsame Bundesausschuss die Voraussetzungen für den Einsatz dieser speziellen Arzneimittel definiert", so der AOK-Vertreter in Brüssel. "Der GBA kann auch sicherstellen, dass bereits während der begrenzten Anwendung Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit gewonnen werden können."

In Litauen gibt es die meisten Herzinfarkte

26.11.19 (ams) Im Jahr 2016 waren 609.000 Todesfälle in der EU auf koronare Herzerkrankungen zurückzuführen, darunter vor allem Herzinfarkte. Das geht aus neuen Zahlen von EUROSTAT hervor. 90 Prozent der Todesfälle betrafen Menschen über 65 Jahre. Außerdem starben fast doppelt so viele Männer wie Frauen an Herzkrankheiten. Im EU-Schnitt sind im Berichtsjahr 1.190 Menschen pro eine Million Einwohner an einem Herzinfarkt gestorben. Mit 5.610 Infarkten pro eine Million Einwohner lag Litauen weit über diesem Schnitt, gefolgt von Lettland (4.000) und Ungarn (3.670). Deutschland lag knapp über dem EU-Durchschnitt. Die wenigsten Herzinfarkt-Toten gab es 2016 in Frankreich (470 je eine Million Einwohner), in den Niederlanden (580) und in Spanien (640).

EU-Arbeitsbehörde arbeitet

26.11.19 (ams) Die neue Europäische Arbeitsbehörde (ELA) hat am 17. Oktober 2019 ihre Tätigkeit aufgenommen. Die Aufgaben betreffen vor allem die Regelung der Arbeitskräftemobilität: Freizügigkeit und Entsendung von Arbeitnehmern, Koordinierung der sozialen Sicherheit sowie spezifische Rechtsvorschriften im Straßenverkehrssektor. Die ELA ist zunächst provisorisch in Brüssel tätig. Bis 2024 soll der Umzug an den vorgesehenen Standort in der slowakischen Hauptstadt Bratislava abgeschlossen sein.


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