EU gibt mehr Geld für Forschung am Coronavirus

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17.03.20 (ams). Die EU-Kommission hat die Forschungsmittel zur Eindämmung und Bekämpfung des Coronavirus deutlich aufgestockt. Nachdem im Januar bereits zehn Millionen Euro bereitgestellt wurden, stehen jetzt weitere 37,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die insgesamt 47,5 Millionen Euro stammen aus dem EU-Forschungsprogramm "Horizont 2020". Das Geld soll in 17 Projekte fließen, an denen 136 Forschungsteams aus der gesamten EU und weiteren Ländern beteiligt sind. "Diese Teams werden an der Entwicklung von Impfstoffen, neuen Behandlungsmethoden, Diagnosetests und medizinischen Systemen arbeiten, mit denen die weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden soll", heißt es in der Erklärung von EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides und der EU-Kommissarin für Innovation und Forschung, Mariya Gabriel.

Koordiniertes Vorgehen im Kampf gegen Covid-19

17.03.20 (ams). Als Pendant zu den nationalen Krisenstäben hat auch die EU-Kommission ein hochrangig besetztes Coronavirus-Reaktionsteam gebildet. Das Team soll die EU-Maßnahmen zur Eindämmung des Covid-19-Ausbruchs koordinieren. Beteiligt sind die Chefs von fünf Generaldirektionen, darunter EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides und Janez Lenarčič, zuständig für das Krisenmanagement der EU. Das Team wird laut Kommission an drei zentralen Themen arbeiten:

  1. Medizinbereich: Hier geht es um Prävention, Informationskampagnen und persönliche Schutzausrüstung. Das Team arbeitet eng mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und der Europäischen Arzneimittelagentur EMA zusammen.
  2. Mobilität: Verkehr und Reiseberatung bis hin zu Fragen zum Schengen-Raum.
  3. Wirtschaft: Auswirkungen auf Wirtschaftssektoren wie Tourismus, Verkehr, Handel sowie Wertschöpfungsketten und makroökonomische Perspektive.

Die Kommission hat eine Website mit allen EU-Maßnahmen zu Covid-19 sowie aktuellen Zahlen, Studien und Links zu Infos der Mitgliedstaaten eingerichtet.

Lärmbelastung weiter große Gefahr für die Gesundheit

17.03.20 (ams). Schätzungsweise 22 Millionen Menschen in der Europäischen Union fühlen sich durch dauerhaft hohe Lärmbelastung in ihrer unmittelbaren Umgebung stark gestört. Rund 6,5 Millionen leiden wegen des Lärms unter schweren Schlafstörungen. Das geht aus einem neuen Bericht der in Kopenhagen ansässigen EU-Umweltagentur (European Environment Agency, EEA) hervor. Danach ist mindestens jeder fünfte Europäer in seiner Umgebung gesundheitsschädlichem Lärm ausgesetzt. Größter Lärmverursacher ist laut Bericht der Straßenverkehr gefolgt von Zug- und Flugverkehr sowie Industrielärm. Umgebungslärm führt laut EEA-Bericht zu jährlich bis zu 12.000 vorzeitigen Todesfällen. Besserungen seit der jüngsten EEA-Erhebung dieser Art im Jahr 2014 seien nicht zu erkennen. Das EU-Ziel einer erkennbaren Lärmverringerung bis 2020 werde deshalb verfehlt. Durch das Wachstum der Städte und zunehmende Mobilität sei eher mit einer Zunahme der Lärmbelastung zu rechnen. Der EEA-Bericht verweist auf große Unterschiede in Europa. So seien in Deutschland weniger Menschen Straßenverkehrslärm ausgesetzt als zum Beispiel in Südeuropa. Als Möglichkeiten, Verkehrslärm zu reduzieren, nennt der Bericht unter anderem mehr Tempo-30-Zonen und den Austausch älterer Straßenbeläge gegen "leiseren" Asphalt.

Nächster Schritt beim Austausch von Gesundheitsdaten

17.03.20 (ams). Der Ausbau grenzüberschreitender elektronischer Gesundheitsdienste zwischen einzelnen EU-Staaten schreitet voran. Seit dem 21. Februar haben Ärzte in Malta Zugang zu den Gesundheitsdaten portugiesischer Touristen in ihrem Land. Seit dem 24. Februar können kroatische Ärzte Gesundheitsdaten maltesischer Touristen einsehen. Die beiden Schritte sind Teil der EU-Strategie, bis 2021 elektronische Verschreibungen (eRezept) und Patientenkurzakten über eine neue digitale eHealth-Diensteinfrastruktur („eHDSI“) zwischen EU-Ländern austauschen zu können. Beteiligt sind Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Kroatien, Irland, Italien, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern. Zwischen Finnland und Estland wurde bereits 2019 der Austausch von eRezepten gestartet.


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