Kurzmeldungen

ams-Politik 05/21

Finanzkrise der Krankenkassen weiter ungelöst

12.05.21 (ams). Union und SPD wollen die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mit zunächst knapp zehn Milliarden Euro vorerst entlasten. 2,7 Milliarden aus Steuermitteln sollen noch 2021 zusätzlich in den Gesundheitsfonds fließen, sieben Milliarden 2022. So sieht es ein Kompromiss der beiden Koalitionspartner vor. Weitere Finanzmittel müsste der Bundestag bis Ende 2021 auf Antrag der Regierung genehmigen. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte für 2022 zunächst 12,5 Milliarden Euro aus Bundesmitteln vorgeschlagen. Der AOK-Bundesverband sprach von einem Formelkompromiss, der den „Druck im Beitragssatzkessel“ weiter erhöhe. Trotz der zusätzlichen sieben Milliarden Euro klaffe 2022 nach letzten Schätzungen in der GKV eine Lücke von mindestens zehn Milliarden Euro. Das zwinge die kommende Bundesregierung zu kurzfristigen Sparrunden und nachhaltigen Strukturreformen im Gesundheitswesen.

AOK will Pflegeberufe stärken

11.05.21 (ams). Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen professionell Pflegender ist es aus Sicht des AOK-Bundesverbandes wichtig, die vorhandenen Kompetenzen dieser Berufsgruppe effizienter zu nutzen. „Pflegefachpersonen müssen künftig eine stärkere Position in der interprofessionellen Zusammenarbeit mit anderen Berufen des Gesundheitswesens einnehmen“, sagte Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes anlässlich des Internationalen Tags der Pflegenden. Als Beispiele nannte Litsch mehr Handlungsspielräume bei der Häuslichen Krankenpflege und der Verordnung bestimmter Hilfsmittel. Ebenso wichtig sei, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser bei der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) zu unterstützen, unterstrich Litsch und verwies auf zahlreiche BGF-Angebote der AOK wie das jüngste Projekt QualiPEP.

Weniger Krankmeldungen jenseits von Covid-19

22.04.21 (ams). Die Fehlzeitenfälle aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege sowie psychischer Erkrankungen während der Corona-Pandemie sind im Jahresvergleich rückläufig. Die größte Differenz ergab sich laut Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) bei den Atemwegserkrankungen mit im Schnitt 14,3 weniger Arbeitsunfähigkeitsfällen je AOK-Mitglied. Beschäftigte, die wegen einer dieser Erkrankungsarten zwischen März 2020 und Februar 2021 krankgeschrieben waren, fehlten dann dafür jedoch im Schnitt zwischen 1,7 und vier Tagen länger als im Jahr zuvor.


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