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Neues aus dem Gemeinsamen Bundesausschuss

ams-Politik 06/21

GBA hält Arzneimittel gegen Volkskrankheiten für gut bewertbar

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat einem Medikament mit dem Wirkstoff Dapagliflozin, das eigentlich zur Behandlung von Diabetes Typ 2 verwendet wird, einen Zusatznutzen bei chronischer Herzinsuffizienz zugeschrieben. "Das belegt, anders als Kritiker gerne behaupten, dass die Nutzenbewertung auch bei chronischen Erkrankungen zu einem aussagekräftigen Urteil führen kann", sagte Professor Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des GBA und Vorsitzender des Unterausschusses Arzneimittel. Die chronische Herzinsuffizienz gehöre seit vielen Jahren mit zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Etwas über zwei Millionen Menschen seien wegen ihr in Behandlung, so Hecken. Der GBA traf insgesamt 15 Beschlüsse zum Zusatznutzen von neuen Arzneimitteln. Bei zwölf davon handelte es sich um sogenannte Orphan Drugs, Medikamenten gegen seltene Krankheiten.

Antragsteller senden über 120 Ideenskizzen an Innovationsfonds

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) hat auf seine Förderbekanntmachung insgesamt 123 Ideenskizzen für neue Versorgungsformen von Universitäten, Forschungsinstituten, Krankenhäusern und Krankenkassen erhalten. Im nächsten Schritt werden nun Projektideen ausgewählt, die zu einem vollständig ausgearbeiteten Konzept in Form eines Vollantrages ausgebaut werden können. Die Entscheidungen darüber fallen voraussichtlich im vierten Quartal 2021. Der Innovationsfonds unterstützt Vollanträge für einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten mit einem Förderbetrag bis maximal 75.000 Euro. Zur Versorgungsforschung hat der Innovationsausschuss drei neue Förderbekanntmachungen veröffentlicht. Anträge zur themenspezifischen und themenoffenen Versorgungsforschung können bis zum 5. Oktober 2021 eingereicht werden. Die Frist für Anträge zur Entwicklung oder Weiterentwicklung medizinischer Leitlinien endet am 7. September 2021.


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