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Neues aus dem Gemeinsamen Bundesausschuss

ams-Politik 12/21

GBA verlängert Corona-Sonderregeln ein weiteres Mal

Um Arztpraxen zu entlasten und direkte Arzt-Patienten-Kontakte so gering wie möglich zu halten, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) die Corona-Sonderregeln erneut bis Ende März 2022 verlängert. Menschen mit leichten Erkältungssymptomen müssen für eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nach wie vor nicht zwingend zum Arzt, sondern können sich telefonisch bis zu sieben Kalendertage – und weitere sieben Folgetage – krankschreiben lassen. Ebenso können auch Krankenhausärzte weiterhin bei Entlassungen eine Arbeitsunfähigkeit für eine Dauer von bis zu 14 Kalendertagen ausstellen sowie häusliche Krankenpflege, spezialisierte ambulante Palliativversorgung, Soziotherapie und Hilfs- und Heilmittel für einen Zeitraum von zwei Wochen verordnen. Außerdem müssen Krankentransportfahrten von Covid-19-positiven Personen oder Menschen unter Quarantäne zu dringend notwendigen ambulanten Behandlungen nicht von der Krankenkasse genehmigt werden. Zudem reaktivierte der GBA die bereits ausgelaufenen Ausnahmen bei der Qualitätssicherung. Bis Ende März können Krankenhäuser beispielsweise von der Mindestausstattung mit Pflegefachkräften bei bestimmten komplexen Behandlungen abweichen. Es wird bis zu diesem Zeitpunkt in den Krankenhäusern auch auf bestimmte Kontrollen durch den Medizinischen Dienst verzichtet. 

Krankschreibung neuer Patienten per Videokonsultation möglich

Ärzte können in Zukunft auch neue Patienten per Videosprechstunde krankschreiben. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) beschlossen. Jedoch erhalten Versicherte, die der Arztpraxis nicht bekannt sind, auf diesem Weg nur eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für höchstens drei Kalendertage. Bekannte Versicherte können bis zu sieben – sowie im Anschluss weitere sieben – Kalendertage krankgeschrieben werden. Unabhängig von diesem Beschluss gilt die Corona-Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung bis Jahresende. Sie ermöglicht es dem Arzt, Bestandspatienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, nach einem gemeinsamen Telefonat bis zu sieben Kalendertage und weitere sieben Folgetage krankzuschreiben.

Bessere Versorgung für Intensivpflegepatienten außerhalb von Krankenhäusern

Patienten, die außerklinische Intensivpflege erhalten, sollen in Zukunft besser versorgt werden. Laut einer neuen Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) sollen Ärzte nun frühzeitig und regelmäßig prüfen können, ob bei beatmungspflichtigen Patienten eine Entwöhnung von der Beatmung in Frage kommt. Verordnen nach dieser Richtlinie können Ärzte allerdings erst ab Anfang 2023. Bis dahin gelten die bisherigen Verordnungsmöglichkeiten, die bei einem besonders hohen Bedarf an medizinischer Behandlungspflege bestehen. Grundsätzlich richtet sich die außerklinische Intensivpflege an Patienten, bei denen mit hoher Wahrscheinlichkeit täglich ein Risiko für lebensbedrohliche gesundheitliche Krisen besteht. Derzeit werden nach Angaben des GBA in Deutschland viele tausend Menschen außerhalb von Krankenhäusern betreut. Die meisten dieser Patienten werden beatmet oder sind tracheotomiert, haben also einen Luftröhrenschnitt erhalten. Für 2019 weisen Statistiken mehr als 22.000 Fälle aus.


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