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Mit 5,4 Prozent …

Zahl des Monats

Foto: Patient in dunkelgrauen Sakko und blauem Hemd (links) und MTA in weißer Arbeitskleidung am Praxisempfang im Gespräch

09.03.22 (ams) … lag der Krankenstand der AOK-versicherten Erwerbtätigen im Jahr 2021 auf dem Niveau des Vorjahres. Das heißt: Jeder AOK-versicherte Beschäftigte hat im Laufe des Jahres 2021 im Durchschnitt 19,7 Tage mit einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gefehlt. Der Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) liegen die Daten von knapp 14,6 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern zugrunde, die 2021 in mehr als 1,6 Millionen Betrieben beschäftigt waren.

Häufigkeit und Dauer der Krankheitsarten unterscheiden sich dabei deutlich: 36,3 je 100 AOK-Mitglieder Arbeitsunfähigkeitsfälle betreffen Atemwegserkrankungen, was deutlich unter dem Niveau der Vorjahre liegt. Die durchschnittlich längste Falldauer haben mit 29,8 Fehltagen pro Fall psychische Erkrankungen. Ein durchschnittlicher Arbeitsunfähigkeitsfall aufgrund einer Muskel-Skelett-Erkrankung dauerte 17,6 Tage. Nach mehreren Auf- und Abwärtsbewegungen seit Beginn der Pandemie erreichte die Covid-19-Pandemie mit 1.097 Erkrankte je 100.000 Beschäftigte im Dezember 2021 ihren vorläufigen Höhepunkt.

Von Covid-19-Diagnosen am häufigsten betroffen waren im gesamten Pandemie-Zeitraum besonders Berufe in der Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege. Von März 2020 bis Dezember 2021 verzeichneten diese Tätigkeitsfelder 9.070 Krankschreibungen je 100.000 AOK-Mitglieder. 8.184 Krankschreibungen je 100.000 AOK-Mitglieder waren es in der Altenpflege. Ähnlich stark betroffen waren Berufe in der "nicht-ärztlichen Therapie und Heilkunde, wie Physio- oder Ergotherapeuten, Beschäftigte in Arztpraxen sowie in Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe. Die niedrigsten Covid-19-bedingten Fehlzeiten entfallen auf Berufe in der Landwirtschaft (1.489 je 100.000 AOK-Mitglieder), der Gastronomie (2.486 je 100.000) und der Hotellerie (2.996 je 100.000).

Die Auswertung des WIdO zeigt auch, dass die Mütter und Väter, die Kinderkrankengeld beansprucht haben, auch im Jahr 2021 vermehrt wegen psychischer Erkrankungen arbeitsunfähig waren. Diese Gruppe verzeichnete knapp ein Viertel mehr psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeitsfälle als bei der nach Alter und Geschlecht vergleichbaren Gruppe aller AOK-versicherten Erwerbstätigen. Diese Tendenz zeigt sich auch bei den Muskel- und Skelett- und den Atemwegserkrankungen.


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