Umfrage: Krankenhäuser tun mehr für die Patientensicherheit

24.09.15 (ams). Beim Thema Patientensicherheit hat sich in Deutschlands Kliniken in den vergangenen fünf Jahren einiges getan. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Instituts für Patientensicherheit des Universitätsklinikums Bonn unter 572 Krankenhäusern in Deutschland zum Stand des klinischen Risikomanagements. Allerdings macht die Studie auch deutlich, dass das klinische Risikomanagement noch systematischer und vernetzter erfolgen könnte. Durchgeführt wurde die Umfrage in Kooperation mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit, dem AOK-Bundesverband und der Techniker Krankenkasse.

"Behandlungsfehler in der Medizin sind bis heute eine heikle Angelegenheit. Die Patienten suchen deshalb im Fall der Fälle die Unterstützung ihrer Krankenkasse. Die AOKs halten seit vielen Jahren systematisierte Betreuungsangebote vor und bieten Zweitmeinungsverfahren an", sagt Martin Litsch, Kommissarischer Vorstand des AOK-Bundesverbandes. Wenn man aber grundsätzlich die Patientensicherheit und Transparenz im Umgang mit Fehlern verbessern wolle, so Litsch, dann brauche man Fakten zur Häufigkeit von Diagnosen, Ergebnisqualität und Komplikationsraten. Litsch: "Das ist die Voraussetzung für die Kliniken, diese Themen strukturiert anzupacken, und zwar ohne Vorwürfe, sondern mit dem Ziel, keinen Fehler zweimal zu machen. Und es ist das Beste für den Patienten, der ein Recht auf einen vertrauensvollen und ehrlichen Umgang hat."

Die Umfrage zeigt unter anderem, dass zwar fast alle der befragten Krankenhäuser mittlerweile ein breites Spektrum an Daten nutzen, um Risiken zu identifizieren: So führen mitterweile 98 Prozent der Kliniken Patientenbefragungen durch (2010: 47 Prozent), 91 Prozent werten Schadenfälle aus (2010: 79 Prozent), 68 Prozent der Klinken haben Fehlermeldesysteme eingeführt (2010: 34 Prozent) und 91 Prozent der befragten Kliniken führen das Screening von Risikopatienten auf multiresistente Krankenhauskeime (MRSA-Screening) systematisch durch (2010: 72 Prozent).

Doch macht die Umfrage auch deutlich, was sich noch nicht etabliert hat, nämlich eine Kultur, in der offen mit Fehlern umgegangen und aus ihnen gelernt wird. Hier sehen die befragten Kliniken selbst Verbesserungsbedarf, ebenso wie bei der Vernetzung und dem Austausch von Daten zwischen den Abteilungen sowie der Standardisierung der Verfahren. In vielen Kliniken fehlt es dabei noch an Strategien und Systematik, um die Einzelmaßnahmen zusammenzuführen. 

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