Mit Vanille und Schoko schmeckt der Sommer noch besser

Kaltes Eis-Vergnügen

26.05.15 (ams). Sommerzeit ist Speiseeis-Zeit. Der jährliche Eisverbrauch in Deutschland liegt bei knapp acht Litern pro Kopf. Ob aus der Waffel, am Stiel oder im Becher: Vanille und Schoko sind die beliebtesten Eissorten - so der Bundesverband der Deutschen Süßwarenhersteller und die Union der italienischen Speiseeishersteller. Vorn mit dabei sind auch weitere Geschmacksklassiker wie Erdbeer-, Stracciatella-, Haselnuss- und Joghurt-Eis. Und was es sonst noch Wissenswertes rund ums eiskalte Sommervergnügen gibt, erklären AOK-Ernährungswissenschaftlerin Anita Zilliken und Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband.

Stimmt es, dass Eis eine Kalorienbombe ist?

Das kommt darauf an, für welches Eis man sich entscheidet. "Wenn Sie auf den Kalorienverbrauch achten wollen, nehmen Sie am besten Wassereis. Das ist auch noch dazu schön erfrischend", sagt Anita Zilliken. Je nach Größe sind es bei einem kleinen Wassereis nur zwischen 50 und knapp 100 Kalorien. Ein mittelgroßes Milchspeiseeis am Stiel oder in der Waffel bringt es schon auf 130 bis 200 Kalorien. 

Ich habe Diabetes - darf ich überhaupt Eis essen?

Die Zeiten, dass Diabetiker gar nicht oder nur Diabetiker-Produkte naschen dürfen, sind vorbei. Genuss ist Lebensqualität, deshalb ist auch Eis erlaubt. "Allerdings müssen Diabetiker den Nährwertgehalt einschätzen und auf ihren sonstigen Speiseplan abstimmen", sagt AOK-Arzt Ebel. Wassereis lässt den Blutzucker schneller ansteigen als Milcheis. Insulinpflichtige Diabetiker können für die Kohlenhydrate Insulin spritzen. Aufpassen muss man beim Berechnen mit der Menge des Eises bei Kugeln, denn sie sind sehr unterschiedlich groß. So hat eine Kugel normalerweise eine bis 1,5 Broteinheiten (BE) oder Kohlenhydrateinheiten (KE). Bei einer großen Kugel können es aber auch mal zwei BE sein. Wenn der Eisbecher noch Soßen oder das Sahnehäubchen oben drauf hat, müssen diese auch mit berechnet werden. Wem das Einschätzen zu riskant ist, ist besser bedient mit Eis am Stiel oder aus der Packung. Durch die Angaben zu den Kohlenhydraten auf der Verpackung kann man sich mit Hilfe von BE-/KE-Tabellen gut orientieren.

Sendefertige Radio-O-Töne mit Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband:

Dürfen Diabetiker Eis essen?

Dürfen Diabetiker Eis essen?

Worauf Diabetiker beim Eisgenuss achten müssen

Worauf Diabetiker beim Eisgenuss achten müssen


Hygiene: Worauf muss ich beim Eis achten?

In Deutschland sind die Hygienestandards für Lebensmittel insgesamt sehr hoch. Eisdielen müssen Hygienezertifikate vorweisen und werden kontrolliert. Ob alles sauber zugeht, sehen Käufer auch daran, dass der Portionierer in sauberem Wasser steht und nicht in einer dreckigen Brühe. Eis im Supermarkt muss bei mindestens minus 18 Grad Celsius gekühlt sein. "Packen Sie Eis zuletzt in den Einkaufswagen und dann sofort in eine Kühltasche", sagt Zilliken. Auf dem Weg nach Hause sollte Eis ebenfalls in einer Kühl-tasche transportiert werden, um die Kühlkette nicht zu unterbrechen. Ist das Eis angetaut, ist es nämlich ein idealer Nährboden für Bakterien. Dasselbe gilt auch für zu Hause angetautes Eis - es sollte nicht wieder eingefroren werden. Zwar hält sich Eis in einer Kühltruhe zu Hause sehr lange, aber es schmeckt nach einer Weile nicht mehr und bekommt eine gummiartige Konsistenz. Deshalb sollte man es rasch verzehren und keine großen Vorräte anlegen.

Allergien: Worauf muss ich achten?

Allergiker sind es gewöhnt, die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln genau zu prüfen. Und das gilt auch für den Eisgenuss. Manchmal verstecken sich im Schokoeis beispielsweise auch Spuren von Nüssen. Die Verpackung von industriell gefertigtem Eis muss Informationen zu Allergenen und Zusatzstoffen enthalten. Bei losem Eis sollte man den Verkäufer fragen. "Wer auf Nummer sicher gehen will, bereitet sich sein Eis am besten selbst zu. Das macht nicht nur Spaß, sondern sorgt für Sicherheit bei den Inhaltsstoffen und lässt sich oft kalorienärmer gestalten als gekauftes Eis", so Zilliken. Auch für Diabetiker ist das sinnvoll, weil sie die Inhaltsstoffe gezielt aussuchen können.

Kalorienarm, lecker, lustig: Machen Sie Ihr eigenes Eis

Erdbeer-Vanille-Eis:
Sie brauchen: 250 Gramm reife Erdbeeren, eine Orange, einen Esslöffel Honig, eine halbe Vanilleschote, 200 Gramm Vollmilchjoghurt.
Waschen und säubern Sie die Erdbeeren gründlich. Anschließend die Orange auspressen, die Vanilleschote längs aufschlitzen, das Mark herauskratzen. Die Erdbeeren mit Orangensaft, Honig und Vanillemark im Mixer pürieren. Den Joghurt zufügen und alles durchmixen. Die Masse in Eisförmchen geben. Mindestens drei Stunden ins Gefrierfach stellen. Noch besser geht’s in der Eismaschine - eine gute Alternative für alle, die häufig ihr eigenes Eis kreieren wollen.

Nährwerte:
Eine Portion enthält etwa 72 kcal, 2 g Eiweiß, 2 g Fett und 10 g anrechnungspflichtige Kohlenhydrate (0,8 BE/1 KE, Kohlenhydrateinheiten-Faktor).

Zum ams-Ratgeber 05/15