Pickelalarm in der Pubertät: Was gegen Akne hilft

Häufige Hautkrankheit

24.08.16 (ams). Nur ein paar Pickel? Für viele Jugendliche sind Pickel und Pusteln im Gesicht eine Katastrophe. Doch Akne ist gut behandelbar. Je früher die Therapie beginnt, desto eher bekommt man die Hautkrankheit in den Griff, und Narben können verhindert werden.

Akne in der Pubertät – fast jeder Jugendliche kennt das Problem. Manche haben nur mit ein paar Mitessern und Pickeln zu kämpfen, andere leiden unter zahllosen entzündeten Pusteln und Knötchen – und das nicht nur im Gesicht, sondern auch auf Rücken und Dekolleté. "Etwa 15 bis 20 von 100 Jugendlichen sind von einer mittelschweren bis schweren Form der Akne betroffen, Jungen häufiger als Mädchen", sagt Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband. Damit ist Akne bei Jugendlichen die häufigste Hautkrankheit. Oftmals verschwindet die Akne im Alter von etwa 20 Jahren von selbst. Einige Menschen haben aber noch mit über 30 Jahren Akne.

Mediziner unterscheiden zwischen leichter, mittelschwerer und schwerer Akne. Bei der leichten, nicht entzündlichen Form bilden sich Mitesser, die sich zum Teil schwarz verfärben. Das liegt nicht an Schmutz, sondern am Hautfarbstoff Melanin. Bei der mittelschweren Akne sind deutlich mehr Aknepickel zu sehen. Stärker entzündete Pickel werden als "Papeln" (kleine Knötchen) oder als "Pusteln" (mit Eiteransammlung) bezeichnet. Bei schweren Formen leiden die Betroffenen unter sehr vielen Pusteln und Knoten in der Haut. Auch nach Abklingen der Erkrankung können Narben zurückbleiben.


Sendefertige Radio-O-Töne von Dr. Thomas Ebel

Auslöser einer Akne

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Tipps für die Hautpflege bei Akne

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Psychische Belastung

Die Hautunreinheiten bedeuten in der sensiblen Phase der Pubertät oft auch eine massive psychische Belastung. Viele Teenager schämen sich für ihr Aussehen, fühlen sich hässlich, gar minderwertig. Unterstützung von Familie und Freunden kann dann besonders hilfreich sein – und das Wissen, was man tun kann und nicht tun sollte.

Viele Jugendliche meinen, dass ihre unreine Haut mit mangelnder Hygiene zu tun habe. "Das Gegenteil ist der Fall: Zu häufiges Waschen kann die Haut zusätzlich reizen", warnt AOK-Experte Ebel. Wer Akne hat, ist nicht selbst schuld. Auslöser ist vielmehr die Hormonumstellung in der Pubertät. Vermutlich spielt auch eine genetische Veranlagung eine Rolle. Die Veränderung wird von Hormonen wie den Androgenen gesteuert. Androgene sind männliche Geschlechtshormone, die allerdings in der Pubertät auch vom weiblichen Körper verstärkt gebildet werden. Sie regen unter anderem die Haut an, mehr Fett zu produzieren. Das Hautfett wird als Talg bezeichnet und von den Talgdrüsen hergestellt. Der Talg hält die Haut geschmeidig und schützt sie. Wenn sich am Ausgang einer Talgdrüse jedoch eine Hornschicht bildet, kann der Talg nicht abfließen. Er sammelt sich dann in der Talgdrüse an, und es entsteht ein Mitesser. Wenn dieser sich entzündet, bildet sich ein Aknepickel. Akne entsteht vor allem dort, wo es besonders viele Talgdrüsen gibt: im Gesicht sowie auf Brust, Rücken und Schultern.

"Aknetoilette" Fachleuten überlassen

Es ist verführerisch, die Pickel und Mitesser ausdrücken zu wollen. "Doch durch den Druck kann der Eiter noch tiefer in die Haut gelangen, wodurch sich die Entzündung verstärkt", warnt AOK-Arzt Thomas Ebel. Zudem kann Ausdrücken dazu beitragen, dass sich Narben bilden. Deshalb sollte man die sogenannte Aknetoilette besser Fachleuten in einem medizinischen Kosmetikstudio oder in der Hautarztpraxis überlassen, die dort unter hygienischen Bedingungen die Pickel öffnen können. Dabei wird der betroffene Hautbereich zunächst mit warmem Wasser oder einem Dampfbad aufgeweicht, um die Pickel dann mit speziellen kleinen Instrumenten zu bearbeiten.

Es ist verständlich, dass Menschen mit Akne viel Zeit und Geld in die Hautpflege investieren. Doch normale Seifen mit einem hohen pH-Wert können die Haut reizen, fettende Cremes die Poren zusätzlich verstopfen. Für die tägliche Reinigung genügen lauwarmes Wasser und ein seifenfreies Reinigungsmittel, das dem pH-Wert der Haut, der bei 5,5 liegt, angepasst ist. Tagescreme und Make-up sollten möglichst wenig Fett enthalten, zu empfehlen sind leichte Öl-in-Wasser-Emulsionen. Diese Hautpflege kann bei leichter Akne schon reichen. Zudem gibt es chemische Schälmittel in Apotheken oder Drogerien zu kaufen: Sie trocknen die Haut aus, tragen oberflächliche Hautschuppen ab, damit der Talg besser abfließen kann, und wirken antibakteriell. Getönt können sie als Make-up genutzt werden und decken Hautunreinheiten ab.

Schwere Akne sollte in jedem Fall vom Hautarzt behandelt werden. Er kann zum Beispiel entscheiden, ob es Sinn macht, auch Medikamente in Form von Tabletten zu verschreiben, wie etwa Hormone oder Antibiotika. Der Hautarzt zieht eventuell auch eine Phototherapie in Betracht. "Bei allen Therapien brauchen die Patienten Geduld", sagt Mediziner Ebel. "Die Mittel müssen Wochen bis Monate angewendet werden, bis sich ein Erfolg einstellt."


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