Viele Beschäftigte sind offen für Betriebliche Gesundheitsförderung

WIdOmonitor 2/2016

29.11.16 (ams). Betriebliche Gesundheitsförderung trägt dazu bei, arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren abzubauen, das Betriebsklima zu verbessern und damit Fehlzeiten zu reduzieren. Die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stehen Betrieblicher Gesundheitsförderung aufgeschlossen gegenüber. Das zeigt eine Umfrage unter mehr als 30.000 Beschäftigten in fast 120 Betrieben. Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat die Zahlen im aktuellen WIdOmonitor 2/16 aufbereitet.

Die Mehrheit der Befragten (61 Prozent) hält Angebote der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) für gut. Ein Fünftel (22,5 Prozent) antwortet mit „teils, teils“ und nur knappe 17 Prozent lehnen BGF komplett ab. Dabei pochen lediglich 26,8 Prozent darauf, dass BGF-Maßnahmen zwingend während der Arbeitszeit stattfinden. Die Mehrheit mit 39,6 Prozent kann sich vorstellen, solche Angebote auch nach Feierabend zu nutzen. 44,5 Prozent hätten außerdem kein Problem damit, sich finanziell zu beteiligen. Nach konkreten Angeboten gefragt, favorisieren die Befragten Angebote zur Stressbewältigung und Entspannung (51 Prozent) sowie arbeitsplatzbezogene Rückenschulungen (48,6 Prozent). Die Datenanalyse basiert auf anonymisierten Mitarbeiterbefragungen, die im Rahmen des AOK-Service "Gesunde Unternehmen" in den Jahren 2011 bis 2015 durchgeführt worden sind.

Fehlzeiten reduzieren

BGF nützt aber auch Unternehmen und hilft ihnen, krankheitsbedingte Fehlzeiten zu reduzieren. Mit ihrem Service „Gesunde Unternehmen“ unterstützt die AOK Betriebe dabei, auf der Grundlage sorgfältiger Analysen arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren abzubauen und die Zufriedenheit der Beschäftigten zu erhöhen.

Eine Auswertung der Ergebnisse des aktuellen WIdOmonitors zeigt außerdem: Gesunde Arbeitsbedingungen gehören für mehr als die Hälfte der AOK-versicherten Arbeitnehmer zu den wichtigsten Gesundheitsfaktoren. Erst danach folgen Aspekte wie „viel Bewegung“, „Entspannung“ oder „Nichtrauchen“. Gleichzeitig berichtet deutlich mehr als ein Drittel über zu hohen Termin- und Leistungsdruck am Arbeitsplatz. Bei Fragen zu akuten gesundheitlichen Problemen dominieren Beschwerden des Muskel- und Knochenapparats wie Verspannungen und Rückenschmerzen, gefolgt von einer Reihe psychovegetativer Beschwerden wie Müdigkeit und Erschöpfung. Die Umfrage zeigt auch, dass mindestens jeder Zweite die zehn häufigsten Gesundheitsprobleme mit dem Arbeitsplatz in Zusammenhang bringt.

Faktoren für das persönliche Wohlbefinden

Auf die Frage nach wichtigen Faktoren für das persönliche Wohlbefinden, um den beruflichen Belastungen zu begegnen, nennen etwa zwei Drittel der Befragten an erster Stelle Grundbedürfnisse. Dazu zählen zuallererst genügend Schlaf (67,2 Prozent) und die eigene Zufriedenheit (62,8 Prozent). Genauso wichtig sind eine vielseitige und ausgewogene Ernährung sowie gesunde Arbeitsbedingungen (jeweils 53,5 Prozent). Erst danach folgen Faktoren wie viel Bewegung (50,3 Prozent), Entspannung (43,8 Prozent) oder Nichtrauchen (37,6 Prozent). Interessant ist, dass die Befragten sozialen Beziehungen am Arbeitsplatz mehr Bedeutung beimessen (41 Prozent) als guten Freundschaften und Partnerschaften im Privatleben (30,2 Prozent). Schlusslicht ist die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen.


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