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Selbstvertrauen kommt von innen

Tipps für mehr Selbstbewusstsein

19.12.16 (ams). Viele Menschen wären gerne souveräner im Auftreten, unabhängiger gegenüber der Meinung anderer, weniger schüchtern - kurz: selbstbewusster. Doch wie kann man Selbstzweifel überwinden und mehr an sich glauben? "Durch gezieltes Training lässt sich das Selbstwertgefühl stärken. Das erfordert allerdings Mut und Disziplin", sagt Dr. Dieter Bonitz, Diplom-Psychologe im AOK-Bundesverband. Das Wort "Selbstbewusstsein" bedeutet, sich seiner selbst bewusst zu sein. Das Bewusstsein, was man ist und kann, hängt von der eigenen Wahrnehmung und der Rückmeldung anderer Menschen ab. Ein selbstbewusster Mensch hat ein möglichst realitätsnahes Selbstbild und akzeptiert sich selbst, mit allen Stärken, aber auch Schwächen. "Selbstbewusstsein setzt sich aus Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl zusammen", erläutert Diplom-Psychologe Bonitz. Selbstvertrauen ist dabei das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten und die Überzeugung, etwas schaffen zu können. Selbstwertgefühl ist die Wertschätzung durch andere, also das soziale Umfeld, und sich selbst. Viele Menschen leiden unter einem geringen Selbstbewusstsein, auch wenn manche versuchen, dies durch forsches Auftreten auszugleichen. Unsichere Menschen vergleichen sich stark mit anderen, sehen eher ihre Unzulänglichkeiten als ihre Fähigkeiten, gehen mit sich selbst hart ins Gericht, haben Angst vor Fehlern und Kritik und machen sich stark von der Bestätigung durch andere abhängig.


Sendefertige Radio-O-Töne mit Dr. Dieter Bonitz, Diplom-Psychologe im AOK-Bundesverband

Darum ist ein gesundes Selbstbewusstsein wichtig

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Ein mangelndes Selbstbewusstsein kann krank machen

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Geringes Selbstvertrauen führt zu einer Vermeidungshaltung: Man nimmt Herausforderungen erst gar nicht an. Dadurch kann man nicht aus Fehlschlägen lernen, in der Folge können Angst und Hemmung wachsen.

Tipps für ein stärkeres Selbstbewusstsein gibt auch der Ego-Coach, eine Kooperation von AOK und FOCUS Online in Zusammenarbeit mit dem Motivationstrainer Hanns-Georg von Wolff.

Doch wovon hängt es ab, ob jemand mehr oder weniger selbstbewusst ist? Genetische Einflüsse spielen dabei genauso eine Rolle wie Erfahrungen im Kindes- und Jugendalter. Wenn junge Menschen ihre Eltern oder andere Erwachsene als Vorbilder erleben, die an sich glauben und Probleme aktiv lösen, können sie davon profitieren. Ebenso von kleinen Aufgaben, die ihnen übertragen werden und die sie erfüllen können. Dabei machen sie die Erfahrung, dass sie aus eigener Kraft etwas bewirken können, was ihr Selbstvertrauen stärkt. "Aber auch wer nicht von Natur aus ein gesundes Selbstbewusstsein hat, kann durchaus daran arbeiten", sagt Bonitz. Der AOK-Psychologe gibt Tipps, wie man eine positive Einstellung zu sich selbst gewinnen und seine Selbstsicherheit stärken kann:

Selbstakzeptanz

Auch wenn es schwieriger ist, als es klingt: Nehmen Sie sich selbst an und respektieren Sie sich so, wie Sie sind - mit allen Stärken, Schwächen, Fehlern und Eigenarten

Selbstverantwortung

Statt abzuwarten, was passiert, ist es besser, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu handeln. Übernehmen Sie Verantwortung für sich selbst und Ihre Handlungen und geben Sie sie nicht an andere Menschen ab.

Abgrenzen

Erkennen Sie die eigenen Wünsche und Bedürfnisse und äußern Sie diese. Üben Sie, öfter mal bewusst "nein" zu sagen, auch wenn es sich anfangs unangenehm anfühlt. Meistens sind die Konsequenzen gar nicht so schlimm.

Ziele setzen

Setzen Sie sich klare Ziele, schmieden Sie Pläne und setzen Sie diese auch Schritt für Schritt um. Prüfen Sie, was geklappt hat, und korrigieren Sie den Plan bei Bedarf, behalten Sie aber das Ziel vor Augen.

Ehrlichkeit

Wichtig ist, dass Worte und Taten übereinstimmen. Handeln Sie so, wie Sie es sagen. Seien Sie konsequent und belügen Sie sich nicht selbst. Halten Sie Ihre Versprechen und gehen Sie mit anderen aufrichtig, fair und freundlich um.

Achtsamkeit

Hören Sie auf zu grübeln, nehmen Sie lieber die Realität bewusst wahr. Gönnen Sie sich immer wieder einmal ein paar Minuten Ruhe und spüren Sie in sich hinein, wie es Ihnen wirklich geht.


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