Kinderkrankengeld

ams-Stichwort

26.04.17 (ams). Ist das Kind krank und muss gepflegt werden, unterstützt die AOK berufstätige Eltern mit dem Kinderkrankengeld, um den Verdienstausfall auszugleichen. Alexandra Richter, Referentin Krankengeld im AOK-Bundesverband, sagt, welche Voraussetzungen gelten, um Kinderkrankengeld zu bekommen. AOK-Versicherte, die ein krankes Kind betreuen, werden hierfür von der Arbeit freigestellt. Bleibt das Gehalt des Arbeitgebers in dieser Zeit aus, springt die AOK ein und zahlt Kinderkrankengeld. Jeder Elternteil kann diese Freistellung samt Krankengeld für zehn Tage pro Kalenderjahr und Kind in Anspruch nehmen. Sind beide Elternteile gesetzlich krankenversichert, gibt es auch die Möglichkeit, Anspruchstage gegenseitig zu übertragen. Wichtig ist jedoch, dass der Arbeitgeber mit der längeren Freistellung einverstanden ist. Die Anzahl der Freistellungstage beider Elternteile zusammen erhöht sich dadurch nicht. Alleinerziehende erhalten bis zu 20 Arbeitstage Kinderkrankengeld. Gehören mehr als zwei Kinder zur Familie, erhöht sich die Zahl der Freistellungstage auf insgesamt 25 pro Elternteil; für Alleinerziehende auf maximal 50 Tage im Kalenderjahr. Voraussetzung ist, dass

  • der Arzt bescheinigt, dass das Kind aufgrund einer Erkrankung betreut werden muss,
  • niemand sonst im Haushalt das Kind betreuen kann,
  • der Elternteil aufgrund der Betreuung an seiner Arbeitsleistung gehindert ist,
  • das Kind gesetzlich krankenversichert und unter zwölf Jahre oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist,
  • die AOK-Mitgliedschaft des betreuenden Elternteils den Anspruch auf Krankengeld beinhaltet.

Sendefähige Radio-O-Töne mit Alexandra Richter, Referentin Krankengeld im AOK-Bundesverband

Welche Voraussetzungen gelten für das Kinderkrankengeld?

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Wie setzen sich die Krankengeldzahlungen zusammen?

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Gibt es ein entsprechendes ärztliches Attest, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Gab es in den zwölf Monaten vor der Freistellung eine Einmalzahlung wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, egal in welcher Höhe, sind es sogar 100 Prozent. Das Kinderkrankengeld ist in der Höhe begrenzt. Es darf 70 Prozent der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze nicht überschreiten. Dies sind derzeit (Stand: April 2017)  pro Tag 101,50 Euro. Davon sind noch Versichertenbeiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung zu zahlen. In der Krankenversicherung besteht in der Zeit Beitragsfreiheit. Kinderkrankengeld können nicht nur leibliche Eltern, sondern auch Stief-, Pflege-, Adoptiv- und Großeltern erhalten. Voraussetzung ist, dass diese Personen für den Unterhalt des Kindes sorgen und es bei ihnen lebt.


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