Bauchschlagader: Krankhafte Erweiterung rechtzeitig erkennen

Neue Ultraschalluntersuchung für Männer ab 65

27.06.17 (ams).  Männer über 65 Jahre, die gesetzlich krankenversichert sind, profitieren von einer neuen Kassenleistung: der Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen. Die Untersuchung wird einmalig durchgeführt und soll Erweiterungen beziehungsweise Aussackungen (Aneurysmen) der Bauchschlagader (Aorta) frühzeitig erkennen. Eine krankhaft erweitere Bauchschlagader kann reißen, was für Betroffene lebensgefährlich ist. Das Risiko, ein Bauchaortenaneurysma zu entwickeln, steigt bei Männern mit dem Alter. Hinzu kommen weitere Faktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, zu hohe Cholesterinwerte oder eine  genetische Veranlagung. Nach Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) haben etwa zwei  Prozent aller Männer zwischen 65 und 75 Jahren ein Aneurysma der Bauchschlagader. Frauen sind deutlich seltener betroffen. Aneurysmen dehnen sich normalerweise langsam weiter aus. Die meisten machen nie Beschwerden und bleiben lebenslang harmlos. Ob und welche Behandlung sinnvoll ist, hängt vor allem von der Größe der Aussackung, seiner Entwicklung und dem allgemeinen Gesundheitszustand eines Menschen ab. "Das Risiko für einen Riss steigt, wenn das Aneurysma schnell wächst oder mindestens fünf Zentimeter groß ist", sagt Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband. Der Riss ist immer ein Notfall und eine sofortige ärztliche Versorgung erforderlich. Die inneren Blutungen führen unbehandelt innerhalb kürzester Zeit zum Tod.


Sendefertiger Radio-O-Ton mit Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband

Risikofaktoren für Bauchaortenaneurysmen

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Durch eine Ultraschalluntersuchung des Bauches lassen sich Aneurysmen der Bauchschlagader gut erkennen. Dabei wird der Durchmesser der Bauchschlagader bestimmt. Ab einer Ausbuchtung von drei Zentimetern spricht man von einem Aneurysma. Kleinere Aneurysmen der Bauchschlagader mit einem Durchmesser von weniger als 5,5 Zentimetern werden regelmäßig beobachtet. Grunderkrankungen wie Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte sollten konsequent mitbehandelt werden. Wenn sich ein Aneurysma weiter ausdehnt und ein hohes Risiko besteht, dass es reißt, ist ein operativer Eingriff die einzige Behandlungsmöglichkeit. Dazu gibt es zwei Verfahren. Die offene Operation erfolgt über einen Bauchschnitt, wobei das Aneurysma geöffnet und durch ein künstliches Gefäßstück (Rohr) ersetzt wird. Die andere Methode ist eine Operation über einen kleinen Schnitt in der Leiste. Durch den Schnitt wird ein Rohr in die Arterie eingeführt, bis in das Aneurysma vorgeschoben und in die Ausbuchtung eingesetzt. Doch Operationen an der Bauchschlagader sind nicht ohne Risiko, so Ärztin Eymers. "Hier ist es wichtig, dass Patienten entsprechend aufgeklärt werden und so gut informiert ihre Entscheidung treffen können."

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