Sinnvolle Arbeit hält Beschäftigte gesund

Fehlzeiten-Report 2018

27.09.18 (ams). Beschäftigte, die ihre Arbeit als sinnvoll erleben und sich wertgeschätzt fühlen, sind seltener krank – so lautet ein wesentliches Ergebnis des Fehlzeiten-Reports 2018 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Im Rahmen einer repräsentativen Studie innerhalb des Reportes befragte das WIdO über 2.000 Erwerbstätige zwischen 16 und 65 Jahren.

Passen die Vorstellung von sinnvoller Arbeit und die Wirklichkeit der Beschäftigten gut zueinander, fehlen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seltener am Arbeitsplatz. Dazu haben sie deutlich weniger arbeitsbedingte gesundheitliche Beschwerden. "Für das Sinnerleben sind den meisten Beschäftigten vor allem persönliche und sozial motivierte Aspekte wichtig", erläutert Helmut Schröder, Herausgeber des Fehlzeiten-Reports und stellvertretender Geschäftsführer des WIdO. So gaben Befragte an, dass ihnen sichere und gesunde Arbeitsbedingungen sehr wichtig sind (94 Prozent). Auch das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun (93 Prozent) und einer interessanten Tätigkeit nachzugehen (92,7 Prozent), sind entscheidende Faktoren für gute Arbeitsbedingungen. Hohes Einkommen ist dabei nicht ganz so wichtig (60,6 Prozent), dafür aber eine gute Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf (90,5 Prozent).
"Leider stimmen Wunsch und Wirklichkeit oft nicht überein", sagt Schröder.

Fast allen Befragten ist ein Unternehmen, das hinter seinen Mitarbeitern steht, sehr wichtig (98,4 Prozent). Doch genau hier enttäuscht die Realität die meisten (69,3 Prozent). Auch beim Betriebsklima geht die Schere auseinander. Aus Sicht der Befragten ist eine gute Zusammenarbeit der Mitarbeiter von hoher Wichtigkeit (96,8 Prozent). Im Arbeitsleben sieht die Realität nicht immer so aus (78 Prozent). Dabei kann ein Unternehmen für gesunde Arbeitsbedingungen sehr viel tun.

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) hat zum Beispiel eine eigene Geschäftseinheit für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). "Ziel ist es hierbei, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Start im Unternehmen bis zum Ausscheiden zu unterstützen und gleichzeitig deren Eigenverantwortung zu stärken", erläutert Anke Brinkmann, Leiterin des BSR-
Gesundheitsmanagements.

AOK bietet Online-Programm „Gesund führen“

AOK-Vorstandsvorsitzender Martin Litsch bekräftigt das Engagement der Gesundheitskasse bei der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF). "In Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens werden schon heute 77 Prozent aller BGF-Maßnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung in Kooperation mit einer AOK durchgeführt." Die AOK hat zum Beispiel das Online-Programm "Gesund führen“ entwickelt, mit dem Führungskräfte lernen, wie sie ihre Mitarbeiter und sich selbst gesund halten können. Der Fehlzeiten-Report 2018 enthält zusätzlich detaillierte Arbeitsunfähigkeitsanalysen auf der Grundlage der Daten von 13,2 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern, die 2017 in mehr als 1,6 Millionen Betrieben beschäftigt waren. Danach ist der Krankenstand bei den erwerbstätigen Mitgliedern der AOK 2017 wie in den beiden Vorjahren mit 5,3 Prozent konstant geblieben. Damit hat jeder AOK-versicherte Beschäftigte im Durchschnitt 19,4 Tage aufgrund einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gefehlt. Häufigste Gründe für eine Krankschreibung waren Atemwegserkrankungen (49,9 Fälle je 100 AOK-Mitglieder), Muskel-Skelett-Erkrankungen (34,1 Fälle je 100 AOK-Mitglieder) und psychische Erkrankungen (11,2 Fälle je 100 AOK-Mitglieder).