"Echte Kerle" schützen ihre Haut vor der Sonne

ams-Serie "Männergesundheit" (5)

23.05.19 (ams). Männer nehmen es mit dem Sonnenschutz oft nicht ganz so genau: Sie nutzen seltener Sonnencreme als Frauen und verwenden häufiger einen zu niedrigen Lichtschutzfaktor. Zu dieser Erkenntnis kommen zwei in Bayern durchgeführte Umfragen. Zwar ist die Männerhaut im Schnitt um 20 Prozent dicker als Frauenhaut, gegen UV-Strahlung hilft dies jedoch nicht. Zu viel ultraviolette (UV-)Strahlung durch Sonne oder Solariumbesuch ist der Hauptrisikofaktor für Hautkrebs bei Männern und Frauen. Das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) ist die gefährlichste Form von Hautkrebs. Das Risiko, im Laufe des Lebens ein Melanom zu entwickeln, liegt laut Onko-Internetportal der deutschen Krebsgesellschaft in Deutschland aktuell etwa bei 1:500. 2014 sind rund 10.900 Männer und 10.300 Frauen in Deutschland neu an einem malignen Melanom erkrankt - mehr als fünfmal so viele Betroffene wie noch in den 1970er Jahren (Quelle: Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut). "Der Grund für die steigende Zahl an Hautkrebserkrankungen wird vor allem in einer hohen UV-Belastung durch ein verändertes Freizeitverhalten der Menschen gesehen, etwa durch zu lange Aufenthalte in der Sonne ohne entsprechenden Schutz", sagt Dr. Julian Bleek, Arzt im AOK-Bundesverband. Schwarzer Hautkrebs tritt bei Männern am häufigsten am Rücken, bei Frauen vor allem an den Unterschenkeln auf. Die Überlebensrate ist hoch, da etwa zwei Drittel aller Melanome in einem frühen Tumorstadium entdeckt werden. Dennoch sind Männer etwas gefährdeter als Frauen: So überleben 91 Prozent die ersten fünf Jahre (Frauen: 94 Prozent) und 89 Prozent die ersten zehn Jahre (Frauen: 94 Prozent). Im Jahr 2008 wurde in Deutschland ein Screening-Programm für Männer und Frauen zur Früherkennung von Hautkrebs eingeführt. Beim Hautkrebs-Screening befragt der Arzt den Patienten oder die Patientin nach Hautveränderungen und begutachtet die Haut am ganzen Körper - einschließlich des behaarten Kopfes und der Hautfalten. Das Screening kann von allen gesetzlich Krankenversicherten über 35 Jahren alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden. Einen verdächtigen Befund muss eine Fachärztin beziehungsweise ein Facharzt für Dermatologie abklären.

Schwarzer und weißer Hautkrebs

Außer schwarzen gibt es auch weiße Hautkrebstypen. Zu letzteren gehören vor allem das Basalzell- und das Plattenepithelkarzinom. Die Fälle von hellem Hautkrebs werden in Deutschland nicht flächendeckend erfasst. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland jedes Jahr bis zu 170.000 Menschen an weißem Hautkrebs erkranken - rund 80 Prozent an einem Basalzellkarzinom und etwa 20 Prozent an einem Plattenepithelkarzinom. Damit kommt weißer Hautkrebs zwar deutlich häufiger vor als schwarzer, doch breitet sich der weiße Hautkrebs nur selten im Körper aus. Der Mensch hat kein Frühwarnsystem für UV-Strahlung: Die Haut rötet sich erst, wenn sie schon geschädigt ist. Und mit jedem Sonnenbrand - vor allem in der Kindheit - steigt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt daher Schutzmaßnahmen schon ab UV-Index 3, ab UV-Index 8 ist Schutz absolut notwendig. Wer wissen will, wie stark die aktuelle UV-Strahlung ist, kann dies beim UV-Index des Bundesamtes für Strahlenschutz unter www.bfs.de/uv-prognose nachschauen.

Schatten ist der beste Sonnenschutz

"Schatten ist dabei der beste Sonnenschutz. Die UV-Strahlung kann dadurch um 50 bis 95 Prozent vermindert werden", so Mediziner Bleek. Besonders gut schützt dichtes Blattwerk von Bäumen oder Sträuchern. Ist kein schattiges Plätzchen vorhanden, hilft Kleidung, wenn sie dunkel, fest gewebt oder dicht und ungebleicht ist. Materialien wie Polyester, Jeans und Wolle halten mehr UV-Licht ab als dünne Baumwollstoffe, Leinen, Seide oder Viskose. Es gibt auch spezielle UV-Schutzkleidung. Dabei sollte auf den UV-Standard 801 geachtet werden. Sonnencreme wirkt übrigens nur, wenn genug davon verwendet wird: Eine 200-ml-Flasche reicht bei einem Erwachsenen für etwa sechs Anwendungen am ganzen Körper. Wichtig ist auch, die Sonnencreme rechtzeitig zu verwenden und nicht erst, wenn man schon eine Weile in der Sonne war. Die meisten Lichtschutzmittel wirken sofort nach dem Auftragen, manche müssen jedoch erst einige Zeit einwirken, bevor sie einen Schutz bieten. Sinnvoll ist außerdem, ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (30 und mehr) aufzutragen, das ausreichenden Schutz vor UV-A- und UV-B-Strahlung bietet. Das BfS rät wegen der gesundheitlichen Risiken generell davon ab, Solarien zu nutzen. Wer dennoch nicht darauf verzichten will, sollte vorher den "Solarium-Check" machen (www.bfs.de/solarium-check ).


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ams-Ratgeber 05/19