Stechender Schmerz beim Auftreten: Übeltäter sind meist entzündete Faszien

Fersensporn

25.07.19 (ams). Die ersten Schritte nach dem Aufstehen sind besonders schlimm: Als wäre man auf einen Nagel getreten, durchfährt ein stechender Schmerz den Fersenbereich und macht das Gehen zur Qual. Als Ursache vermuten viele Betroffene einen Fersensporn, ein dornartiger knöcherner Auswuchs am Fersenbein. Grund ist jedoch meist nicht der Fersensporn selbst, sondern eine Entzündung der Plantarfaszie, einer Bindegewebeschicht, die den Fuß zur Sohle hin abdeckt. Rund zehn Prozent der Bevölkerung erkranken laut Aussage des Gemeinsamen Bundesausschusses einmal in ihrem Leben an einer Entzündung der Plantarfaszie. Die sogenannte Plantarfasziitis ist gut behandelbar: Bei 90 Prozent der Betroffenen bessern sich die Beschwerden schon durch konservative Maßnahmen wie Einlagen, Krankengymnastik und entzündungshemmende Medikamente oder verschwinden ganz. Helfen diese Maßnahmen nicht, kommt auch eine Stoßwellentherapie in Frage. „Fersenbein, Mittelfußknochen und Vorfuß sind wie eine Brücke angeordnet, die durch die Plantarfaszie in Form gehalten wird. Belastet man den Fuß falsch oder über Maßen, wird auch die Plantarfaszie überansprucht. So kann eine Entzündung oder Kalkeinlagerung an den betroffenen Sehnenansätzen entstehen“, erläutert Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband. Die Ursachen für die Entstehung einer Plantarfasziitis sind vielfältig: Sie reichen von unpassendem Schuhwerk (Druckstelle an der Ferse, fehlender Halt der Ferse), starkem Übergewicht oder einer berufsbedingten Überlastung (zum Beispiel langes Stehen), bis hin zu einer Verkürzung der Fuß- und Wadenmuskulatur, einer Fußfehlform (Hohl- oder Plattfuß) oder einer sportbedingten Überlastung.

 


Sendefertige Radio-O-Töne mit Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband

Was ein Fersensporn ist

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Vorbeugen und behandeln

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Orthopädische Einlagen können helfen

Eine Plantarfasziitis beginnt oft schleichend und verschlimmert sich im Laufe der Zeit. Zu Beginn treten die Beschwerden nur unter Belastung, später auch im ruhenden Zustand auf. Klassisches Symptom ist ein Fersenschmerz unmittelbar nach dem Aufstehen, der nach kurzer Gehdauer wieder verschwindet. Ganz wichtig ist, den Fuß so gut es geht, zu entlasten. Hilfreich sind außerdem orthopädische Einlagen, die den Mittelfuß unterstützen, um dem Durchbiegen des Fußgewölbes entgegenzuwirken. Auch Tape-Verbände unter dem Mittelfuß können für eine Entlastung der Sehnenplatte sorgen. Physiotherapie kann die Entlastungsmaßnahmen ergänzen. Die Muskeln und Sehnen an der Fußsohle werden mit bestimmten Übungen gedehnt und gekräftigt. Diese Übungen sollten am besten unter Anleitung eines Physiotherapeuten erlernt und regelmäßig zuhause fortgesetzt werden. Bei zehn Prozent der Patientinnen und Patienten halten die Beschwerden jedoch trotz therapeutischer Maßnahmen wie Physiotherapie, Medikamenten oder Schuheinlagen an und können zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten führen. Bei ihnen bietet sich eine extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) an. Seit Beginn dieses Jahres wird die ESWT von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen - vorausgesetzt, der Schmerz dauert über mindestens sechs Monate an und andere Therapiemaßnahmen haben nicht geholfen. Bei der Stoßwellentherapie werden über die Haut Ultraschallstoßwellen in die betroffene Region gebracht. Die Reizung führt zu Mikrorissen, die einen reaktiven Heilungsprozess des Körpers auslösen, was wiederum die Durchblutung erhöht. Allerdings gibt es noch kein einheitliches Behandlungsschema bei der Stoßwellentherapie. Daher sollte der behandelnde Arzt oder die Ärztin langjährige Erfahrungen vorweisen können.


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