Aphthen: Winzig, weiß und sehr schmerzhaft

Wenn die Mundschleimhaut Bläschen bildet

24.09.19 (ams). Sie sind meist nur wenige Millimeter groß, aber sehr störend: Aphthen sind kleine, entzündete Stellen in der Mundschleimhaut, die beim Essen, Schlucken oder Sprechen starke Schmerzen verursachen. Wie sie entstehen, ist nicht bekannt, doch zum Glück verschwinden die kleinen weißlichen Flecken zumeist nach ein bis zwei Wochen wieder von allein. Sie können jedoch immer wieder auftreten. Schmerz- und entzündungshemmende Cremes oder Mundspülungen helfen, die Schmerzen zu lindern.

Aphthen gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Mundschleimhaut, sind aber nicht ansteckend. Schätzungsweise jeder Zehnte ist betroffen, so das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Meist sitzen Aphthen an der Innenseite der Wangen oder Lippen, seltener am Gaumen oder an der Zunge. Die häufigste Form (zu rund 85 Prozent) ist die Minor-Aphthe, ein linsengroßer weißlicher Fleck mit gerötetem Rand. Oft bilden sich zwei bis vier solcher Aphthen gleichzeitig, die aber nach ein bis zwei Wochen wieder von selbst verschwinden. Sind die Flecken größer - circa ein bis drei Zentimeter - und dringen tiefer in die Schleimhaut ein, handelt es sich um so genannte Major-Aphthen. Sie kommen in rund zehn Prozent der Fälle vor. Meist entstehen ein bis zwei dieser Aphthen gleichzeitig. Hier kann es bis zu einem Monat dauern, bis sie abgeheilt sind, zurück bleibt eine Narbe in der Schleimhaut. Noch seltener sind herpetiforme Aphthen: Sie ähneln Herpesbläschen, sind stecknadelkopfgroß und erscheinen in großer Zahl vor allem am Zungenrand oder an der Lippeninnenseite.


Sendefertiger Radio-O-Ton mit Katja Kühler, Zahnärztin bei der AOK

Worauf man achten sollte

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Auf harte Lebensmittel verzichten

Warum manche Menschen häufiger unter Aphthen leiden als andere, ist nicht ganz klar. "Möglicherweise gibt es eine familiäre Veranlagung, zu der dann noch andere Faktoren hinzukommen, zum Beispiel Stress, ein geschwächtes Immunsystem, Mangelerscheinungen wie Vitamin-B- oder Eisenmangel sowie hormonelle Schwankungen", sagt Katja Kühler, Zahnärztin bei der AOK. Auch Verletzungen der Mundschleimhaut, eine schlecht sitzende Zahnspange oder mangelnde Mundhygiene können die Entzündungen auslösen. Sind die Schmerzen erträglich, müssen Aphthen nicht behandelt werden. "Verzichten Sie in dieser Zeit auf harte Lebensmittel, die die Schleimhaut zusätzlich reizen, etwa auf Brötchen, Zwieback oder Knäckebrot. Säuerliche, scharfe oder salzige Lebensmittel sollten Sie ebenfalls besser vermeiden und Gekochtes etwas abkühlen lassen, bevor Sie es essen", rät Zahnmedizinerin Kühler. Nehmen die Beschwerden überhand, können Gele, Cremes oder Sprays Linderung bringen, die auf die entzündeten Stellen aufgetragen werden. Manchen Menschen helfen Tinkturen auf Myrrhe- oder Rhabarberwurzel-Basis. In hartnäckigen Fällen verschreibt der Arzt oder die Ärztin eventuell auch ein kortisonhaltiges Medikament. Auf eine gute Mundhygiene darf allerdings trotz schmerzender Aphthen nicht verzichtet werden. Hier eignen sich eine weichere Zahnbürste und desinfizierende Mundspülungen. Aber Achtung: Nicht jedes Produkt ist sinnvoll. Alkoholhaltige Mundwässer zum Beispiel können die Beschwerden noch verstärken. Manchmal haben kleine Entzündungen in der Mundschleimhaut aber auch andere Ursachen. "Sind die wunden Stellen nach zwei Wochen noch nicht ausgeheilt oder sehr ausgeprägt, sollten Betroffene das ärztlich abklären lassen", empfiehlt Zahnärztin Kühler. Denn auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder der sogenannte Morbus Behçet, eine entzündlich-rheumatische Systemerkrankung, können zu aphthenähnlichen Geschwüren im Mund führen.

Weitere Informationen:

Versichertenportal der AOK

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)



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