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Eingewachsener Zehennagel: Schnell handeln, Entzündung verhindern

Durch richtige Fußpflege vorbeugen

28.01.2020 (ams). Ein eingewachsener Zehennagel kann sehr unangenehm werden: Oft schmerzt die betroffene Stelle beim Gehen oder Stehen und kann sich dauerhaft entzünden, wenn sie nicht behandelt wird. Jeder Fünfte, der wegen Fußbeschwerden in die Hausarztpraxis geht, hat einen eingewachsenen Zehennagel, so Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Leichte Beschwerden lassen sich meist mit antiseptischen Salben lindern. Ist der eingewachsene Nagel aber chronisch entzündet, muss möglicherweise operiert werden.

Frühe Behandlung wichtig

Ursachen für einen eingewachsenen Nagel sind meist falsche Fußpflege, zu enge Schuhe, Nagelerkrankungen (zum Beispiel Pilzbefall, Psoriasis) oder Nagelfehlformen. Auch Erkrankungen wie Diabetes können das Einwachsen der Zehennägel begünstigen, da Menschen mit Diabetes die Beschwerden aufgrund einer eingeschränkten Sensibilität oft erst spät spüren. "Wenn sich die Kante eines Nagels in die umliegende Haut eingräbt, entzündet sich diese, wird rot, schwillt an und tut weh. Manchmal kann die betroffene Stelle auch bluten oder eitern", erklärt Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband. "Schreitet der Prozess fort, kann sich neues Gewebe bilden. Dieses ‚wilde Fleisch‘ wächst dann über den Nagel hinweg." Je früher behandelt wird, desto einfacher lässt sich das Problem in den Griff bekommen. Bei leichten Beschwerden mit wenig Schmerzen sollte der Zeh bis zu 20 Minuten im Seifenbad eingeweicht werden. Dann die Haut etwas wegschieben und die betroffene Stelle mit einer antiseptischen Salbe oder Tinktur behandeln. Wichtig ist, den Fuß danach gut abzutrocknen.


Sendefertige Radio-O-Töne mit Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband

Ursachen für eingewachsene Zehennägel

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Operation betroffener Nägel

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Sinnvoll können auch Hilfsmittel sein, die den Nagel von der angrenzenden Haut fernhalten: Hier eignen sich dünne Kompressen, die zwischen Nagel und Haut gelegt werden, Kunststoffschienen, die über den Nagelrand geschoben werden, oder Nagelspangen, die den Zehennagel etwas anheben. Dafür muss man nicht unbedingt zum Arzt oder zur Ärztin, hier kann schon die medizinische Fußpflege durch eine Podologin oder einen Podologen helfen. Wer allerdings Empfindungsstörungen in den Füßen hat, zum Beispiel wegen Diabetes, sollte sich unbedingt mit seiner Ärztin oder seinem Arzt abstimmen. Das gilt auch für den Fall, dass der Nagel stark entzündet ist oder eitert. Lässt sich der Nagel nicht mit konservativen Methoden behandeln, muss meist bei lokaler Betäubung operiert werden. "Handelt es sich um einen kleineren Eingriff, wird die entzündete Haut am Rand des Nagels entfernt. Das ist die sogenannte Nagelwall-Resektion. Der Nagel hat dann wieder mehr Platz. Manchmal wird auch nur der eingewachsene Nagelrand weggeschnitten", so Mediziner Ebel. Ist der Nagel an beiden Rändern eingewachsen, muss er möglicherweise ganz entfernt werden.

Zehennägel immer gerade abschneiden

Damit es erst gar nicht so weit kommt, ist vor allem richtige Fußpflege wichtig. Viele Menschen schneiden den Fußnagel wie den Fingernagel - oval. Das ist aber falsch, denn dann verschiebt sich der Nagel durch äußeren Druck, zum Beispiel von engen Schuhen, leichter in das anliegende Hautgewebe. Auf Dauer kann dies zu einer Entzündung führen. Viele versuchen sich dann erst einmal selbst daran und schneiden den Nagel mit der Nagelschere weiter zurück. Dabei kann es zu kleinen Hautverletzungen kommen, wodurch Keime in die Wunde kommen können. Zehennägel sollten daher immer gerade abgeschnitten und so lang gelassen werden, dass die Nagelecken frei auf dem seitlichen Hautrand aufliegen. Auch auf das richtige Schuhwerk kommt es an: Die Zehen müssen immer genug Platz haben. Außerdem sollten die Schuhe atmungsaktiv sein, damit sich keine Schweißfüße bilden. Denn starkes Schwitzen an den Füßen weicht die Haut um den Nagel herum auf und erhöht ebenfalls das Risiko für eingewachsene Zehennägel.