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Alles frisch? Viele Lebensmittel können noch auf den Teller

Mindesthaltbarkeitsdatum

28.04.20 (ams). Wohin mit dem abgelaufenen Joghurt oder der Milch - ab in die Tonne? Das ist oft nicht nötig: Ein Großteil der Lebensmittel ist auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar. Herausfinden lässt sich das ganz einfach durch Sehen, Riechen und Probieren. Sieht zum Beispiel der Joghurt noch gut aus und riecht beziehungsweise schmeckt unauffällig, kann er problemlos gegessen werden. Ganz anders ist das beim Verbrauchsdatum.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) wird vom Hersteller festgelegt. Es gibt den Zeitpunkt an, bis zu dem der Hersteller garantiert, dass das ungeöffnete Lebensmittel seine besonderen Eigenschaften wie Geruch, Geschmack und Nährwert behält - vorausgesetzt, es wird richtig gelagert. Beträgt die Haltbarkeit weniger als drei Monate, muss der Tag und der Monat auf der Packung angegeben werden, bei einer Haltbarkeit von drei bis 18 Monaten nur der Monat und das Jahr. Bei Lebensmitteln, die mehr als 18 Monate haltbar sind, reicht die Angabe des Jahres. Grundsätzlich ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum verpflichtend, es gibt jedoch Ausnahmen. Für Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse, Wein, Kaugummi, Zucker, Speisesalz und Essig ist laut der EU-Lebensmittel-Informationsverordnung von 2014 kein Mindesthaltbarkeitsdatum vorgeschrieben.


Radio-O-Töne mit Semra Köksal, Ernährungsexpertin bei der AOK

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MHD: Auch nach Ablauf oft noch genießbar

Lebensmittel dürfen auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch verkauft werden, allerdings haftet ab dann der Lebensmittelhändler für die Qualität. Er muss sicherstellen, dass die Ware noch einwandfrei ist. Meist werden abgelaufene Lebensmittel gesondert angeboten, zum Beispiel etwas günstiger oder mit einem Hinweis versehen. "Wurstwaren, Käseaufschnitt, Feinkost- oder Fischereierzeugnisse sollten nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums zur Sicherheit aber innerhalb weniger Tage aufgebraucht werden", rät Semra Köksal, Ernährungsberaterin/DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) bei der AOK. Milcherzeugnisse wie Joghurt, Quark oder Kefir können dagegen auch länger nach Ablauf der Haltbarkeit gegessen werden, solange auf der Oberfläche kein Schimmel erkennbar ist.

Richtig lagern

  • Wer gut plant und einen detaillierten Einkaufszettel macht, wirft weniger weg. Wichtig ist dabei auch, Lebensmittel richtig zu lagern – so halten sie länger frisch:
  • Heimisches Obst gehört in den Kühlschrank, exotisches nicht. Obst und Gemüse im Kühlschrank in getrennten Gemüseschubladen aufheben.
  • Bis auf Auberginen, Tomaten, Kartoffeln und Kürbis lassen sich alle Gemüsesorten gut im Kühlschrank frisch halten. Wer einen kühlen, dunklen Keller hat, kann Äpfel, Birnen, Kartoffeln, Kohl und Kürbis auch dort lagern.
  • Wird Brot nur kurz aufbewahrt, bleibt es in der Bäckertüte knusprig. Zum längeren Aufbewahren eignen sich ein Brotkasten oder ein Tontopf mit Deckel.
  • Käse und Milchprodukte gehören im Kühlschrank am besten in die Mitte.
  • Wurst und Fleischwaren bekommen den kältesten Platz; auf der unteren Ablage.
  • Eier, Butter und Getränke lagern am besten in der Kühlschranktür.

 

Verbrauchsdatum war gestern? Finger weg!

Nicht mehr verkauft werden dürfen Lebensmittel, deren Verbrauchsdatum abgelaufen ist. Mit dem Hinweis "zu verbrauchen bis…" werden leicht verderbliche Lebensmittel gekennzeichnet, die nach kurzer Zeit eine unmittelbare Gesundheitsgefahr darstellen können, zum Beispiel Hackfleisch, frischer Fisch oder auch vorgeschnittene Salate. Nach Ablauf des Verbrauchsdatums sollte man die Ware nicht mehr essen, da sie verdorben sein könnte, ohne dass man es sieht oder schmeckt.

Regelmäßiger Kühlschrank-Check

"Aus diesem Grund ist es wichtig, den Kühl- oder Vorratsschrank regelmäßig darauf zu kontrollieren, welche Lebensmittel schnell verbraucht oder möglicherweise entsorgt werden müssen", empfiehlt AOK-Expertin Köksal. Anzeichen für verdorbene Lebensmittel sind Fäulnis, Ranzigkeit, Gärung und Säuerung. Ein verdorbenes Nahrungsmittel muss sofort entsorgt werden. Es gibt aber Ausnahmen: Sind Hartkäse oder Räucherschinken nur gering angeschimmelt, können sie nach großzügigem Entfernen der betroffenen Stellen weiterhin gegessen werden.