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Wechsel der Hüft- und Knieprothese: Routine steigert Qualität

Studien des Wissenschaftlichen Instituts der AOK

24.06.20 (ams). Je häufiger der Wechsel einer Hüft- oder Knieprothese in einer Klinik durchgeführt wird, desto seltener kommt es zu Komplikationen oder Todesfällen. Diesen Zusammenhang belegen nun zwei Studien des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie empfiehlt deshalb, Prothesenwechsel in spezialisierten Zentren durchzuführen. Die WIdO-Untersuchungen beruhen jeweils auf Analysen der Abrechnungsdaten von mehreren Tausend bei der AOK versicherten Patienten, bei denen die Prothese wegen Verschleiß oder Lockerung gewechselt werden musste. Bisher lagen für beide Eingriffe kaum Daten vor.

Wechsel-OPs sind komplikationsträchtiger

In die aktuelle Auswertung zum Hüftprothesenwechsel sind anonymisierte Daten aus rund 17.800 Wechsel-OPs eingeflossen, die zwischen 2014 und 2016 bei mehr als 16.300 AOK-Versicherten stattfanden. Die Operation ist deutlich komplikationsträchtiger als die Erst-Implantation einer Hüftprothese, denn häufig lässt sich das neue Implantat nach dem Entfernen der alten Prothese schwieriger verankern. Das spiegelt sich in den Ergebnissen wider: Bei jeder siebten Operation musste innerhalb eines Jahres neu operiert werden. 2,6 Prozent der Patienten verstarben innerhalb von 90 Tagen nach dem Eingriff. In Kliniken, die nur wenige Operationen pro Jahr durchführten, gab es höhere Komplikations- und Sterblichkeitsraten als in den Krankenhäusern mit hohen Fallzahlen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Auswertung zum Knieprothesenwechsel: Hier wurden Daten zu rund 23.600 Wechsel-OPs zwischen 2013 und 2017 bei knapp 21.600 Patienten berücksichtigt. Die Gesamtrate der Fälle, in denen innerhalb eines Jahres eine erneute, nicht geplante Operation notwendig war, lag bei 8,5 Prozent. In Kliniken mit hohen Fallzahlen (mehr als 53 OPs pro Jahr) war die Revisionsrate mit 7,4 Prozent deutlich niedriger als in Kliniken mit niedrigen Fallzahlen (weniger als zwölf OPs pro Jahr), die eine Revisionsrate von 9,4 Prozent aufwiesen.

Deutliche Unterschiede bei den Fallzahlen

Hüft- und Knieprothesenwechsel werden in Deutschland in sehr vielen Kliniken durchgeführt. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede bei den Fallzahlen pro Klinik. So wurden im Jahr 2017 in mehr als 1.100 Kliniken Hüftprothesen gewechselt. Davon machten 537 Kliniken diese Operation höchstens zwölf Mal im Jahr, das heißt im Mittel höchstens einmal im Monat. Bei den Knieprothesenwechseln fallen 621 der insgesamt rund 1.000 Kliniken, die Wechseloperationen durchführen, in diese Kategorie.

Die Fallzahlen von Hüft- und Knieprothesenwechseln in den einzelnen deutschen Krankenhäusern werden im Webportal AOK-Krankenhausnavigator unter veröffentlicht. Falls in einer Klinik nur wenige solcher Operationen durchgeführt werden, erfolgt ein Hinweis. Für den Hüftprothesenwechsel werden bei ausreichender Fallzahl zusätzlich Komplikationsraten berichtet. Entsprechende Angaben für den Knieprothesenwechsel sind ab Oktober 2020 geplant.

 

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