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Blutsauger auf dem Kopf - so macht man der Laus den Garaus

ams-Serie: "Achtung ansteckend!" (11)

Foto von einem Mädchen im Profil, während zwei Hände ihre langen, braunen Haare mit einem Nissenkamm durchkämmen.

25.11.21 (ams). "Achtung: Läusealarm!" - diese Info hören Eltern meist mit Schrecken, denn jetzt geht das große Suchen auf den Kinderköpfen los. Nur knapp drei Millimeter groß, sind die bräunlichen Tierchen im Haar nicht immer leicht zu erkennen. Betroffen sind vor allem Kinder zwischen drei und zwölf Jahren, Erwachsene eher selten. Durch die zeitweisen Schließungen von Kitas und Schulen während der Corona-Pandemie und die strengen Kontaktbeschränkungen kam es im Jahr 2020 zu deutlich weniger Kopflaus-Alarm: Eine Analyse der AOK Rheinland/Hamburg in ihrem Verbreitungsgebiet zeigte, dass in dieser Zeit knapp ein Drittel weniger Läusemittel verordnet wurden als noch im Jahr zuvor.

Mit mangelnder Hygiene hat Lausbefall nichts zu tun

Besonders gern halten sich die kleinen Blutsauger hinter den Ohren, im Nacken und an den Schläfen auf. Ihre Bisse können unangenehm jucken, ansonsten sind sie aber harmlos und übertragen auch keine Krankheiten. "Kopflausbefall hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Weitergegeben werden die Tierchen fast immer beim Spielen, wenn die Kinder die Köpfe zusammenstecken oder kuscheln", sagt Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband. Eine Übertragung durch Gegenstände, wie Mütze oder Haarkamm, ist eher unwahrscheinlich: Kopfläuse brauchen alle paar Stunden Blutmahlzeiten. Läuseweibchen legen täglich mehrere Eier, die meist nahe der Kopfhaut an den Haaransätzen kleben. Der Nachwuchs schlüpft dann bereits innerhalb einer Woche.


Radio O-Töne mit Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband

Kopfläuse erkennen

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Behandlungsmöglichkeiten

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Bei Verdacht schnell handeln!

Besteht ein Verdacht auf Lausbefall, sollten Eltern daher schnell handeln. Zuerst muss festgestellt werden, ob der Nachwuchs wirklich Kopfläuse hat. Mit einem speziellen Läuse- oder Nissenkamm - den gibt es in Apotheken oder Drogerien - sollte im nassen Haar Strähne für Strähne von der Kopfhaut bis zu den Haarspitzen durchgezogen werden. Nach jeder Strähne den Kamm auf einem Küchenpapier abstreifen - so kann man sehen, ob sich Läuse oder Läuseeier auf dem Kopf befinden.

Ohne Läusemittel kein Aus für die Laus

Als Behandlung reicht das Auskämmen der Haare aber nicht aus, auch häufiges Haarwaschen hilft nicht weiter. Um die Läuse und ihre Larven wirksam abzutöten, müssen spezielle insektizidhaltige Läusemittel angewandt werden. Da Kopfläuse auf manche Mittel mit Insektengift Resistenzen entwickelt haben, werden zunehmend statt chemischer Mittel auch solche auf Basis von Silikonenöl genutzt. Diese bedecken die Kopfläuse mit einer Ölschicht und ersticken sie.

"Wichtig ist, dass nach einigen Tagen eine zweite Behandlung mit dem Läusemittel erfolgt, damit auch alle noch nicht geschlüpften Kopfläuse vernichtet werden. Genaue Angaben findet man dazu auf der Packungsbeilage," sagt Medizinerin Eymers. Zur Überprüfung sollte man die Haare noch einige Zeit danach immer mal wieder mit dem Nissenkamm auskämmen.

Ab wann wieder in Kita oder Schule?

Für viele Eltern stellt sich dann die Frage: Wann darf mein Kind wieder in die Kita oder zur Schule? Die Vorschriften dazu sind von Land zu Land unterschiedlich. Erziehungsberechtigte sind allerdings gesetzlich verpflichtet, den Kindergarten oder die Schule über einen Befall zu informieren. Leiterinnen und Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen haben gemäß Infektionsschutzgesetz dann das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich zu benachrichtigen. Auch Familienangehörige und Freunde, die mit dem Kind in Kontakt waren, sollten benachrichtigt werden.

Weitergehende Maßnahmen sind in der Regel nicht erforderlich: Die Stiftung Kindergesundheit hat erst kürzlich darauf hingewiesen, dass umfangreiches Reinigen von Kleidung und Bettwäsche oder das luftdichte Verpacken oder Einfrieren von Textilien oder Spielzeug keinen nachweisbaren Effekt hat.