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Erholsamer Schlaf trotz tropischer Nächte

Tipps zum Runterkühlen

Foto: Eine Frau liegt im Bett und versucht mit einem feuchten Tuch und einem Ventilator die Luft zu kühlen. Quelle: iStock.com/invizbk

27.07.22 (ams). Hitzeperioden, bei denen auch nachts Temperaturen über 20 Grad Celsius herrschen, haben in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen, so der Deutsche Wetterdienst. Vor allem in Städten hat dies Auswirkungen auf die Gesundheit und insbesondere auf den Schlaf der Bevölkerung, da es dort in den Nächten weniger abkühlt als auf dem Land. Anja Debrodt, Ärztin im AOK-Bundesverband, gibt Tipps, wie man auch in tropischen Nächten gut schlafen kann.

Der Grund für die Temperaturunterschiede: In ländlichen Regionen gibt es mehr bepflanzte Fläche. Diese sogenannten Vegetationsflächen sind gut mit Wasser versorgt und kühlen durch Verdunstung ab. Als Folge der zunehmenden Versiegelung heizen sich Städte also schneller auf, speichern Wärme und kühlen nachts langsamer ab. Zur Vorbereitung auf den Schlaf senkt unser Körper die Körperkerntemperatur ab. Er gibt die Wärme über die Haut nach außen ab. Eine kühle Raumtemperatur kommt diesem Umstand entgegen und lässt uns auch besser einschlafen.


Radio O-Ton zum Thema von Anja Debrodt, Ärztin im AOK-Bundesverband

Tipps für besseren Schlaf

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Warum man bei Hitze schlechter schläft

"In aufgeheizten Räumen ist der Schlaf weniger gut, da es zu einer Verringerung der erholsamen Tiefschlafphasen und auch zu häufigerem Aufwachen kommt", erklärt Medizinerin Debrodt. "Auch das Einschlafen wird erschwert, weil die für einen guten Schlaf notwendige Absenkung der Körpertemperatur nicht erreicht wird. Der Körper wirkt dem durch Weitstellung der Hautgefäße und nachfolgendem Schwitzen entgegen. Ist es sehr heiß im Schlafzimmer, kann es so auch zu Flüssigkeits- und Mineralienverlust führen. Die Temperaturregulation funktioniert dann nicht mehr richtig."

Durch gezielte Maßnahmen erholsamen Schlaf finden:

  • Morgens früh, spät am Abend oder nachts die Zimmer lüften. Tagsüber die Rollläden oder Jalousien unten lassen und die Fenster geschlossen halten, damit die Hitze möglichst draußen bleibt. Zur Not muss - falls möglich - zum Schlafen vorübergehend in ein kühleres Zimmer umgezogen werden.
  • Statt der Bettdecke ein leichtes Laken oder einen leeren Bettbezug nutzen und dünne Nachtwäsche aus atmungsaktivem Material wie Leinen oder Baumwolle tragen. Bettlaken und Nachtwäsche können vorher in einer Plastiktüte im Eisfach deponiert werden, dann sind die Textilien angenehm kühl.
  • Aus der Wärme- eine Kälteflasche machen und damit das Bett kühlen.
  • Duschen vor dem Zubettgehen am besten lauwarm. Ist das Wasser zu kalt, schwitzt man danach nämlich umso mehr. Nach der Dusche nicht komplett abtrocknen – das Verdunsten kühlt den Körper.
  • Hilfreich kann auch sein, feuchte Laken im Schlafzimmer aufzuhängen, durch das Verdunsten wird die Luft im Raum etwas kälter. Gekühlte oder feuchte Tücher auf dem Körper entziehen diesem die Wärme. Achtung: Damit die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch wird, sollte der Raum aber gelüftet werden.
  • Stoff speichert Wärme - wenn möglich, Teppiche oder Decken aus dem Schlafzimmer entfernen.
  • Vorsicht vor Zugluft: Offene Fenster und Ventilatoren kühlen zwar die Luft ab - man kann sich aber auch leicht erkälten oder einen steifen Nacken bekommen. Laufen Ventilatoren die ganze Nacht, trocknen Haut und Schleimhäute aus, was zu einer verstopften Nase führen kann. Außerdem wirbeln sie neben Luft auch Staub und Pollen auf, was Allergiker belasten könnte. Wer auf den Ventilator trotzdem nicht verzichten will, sollte darauf achten, dass dieser nicht zu dicht am Bett steht und die Luft nicht direkt ins Gesicht oder auf den Körper trifft.
  • Keinen Alkohol und nur ein leichtes Abendessen vor dem Schlafen zu sich nehmen.
  • Getränke am besten in Zimmerwärme: Wenn es heiß ist, hat man eigentlich das Bedürfnis, etwas Kaltes zu trinken. Doch das regt die Schweißbildung nur noch mehr an, da der Körper automatisch die Wärmeregulierung hochfährt. Besser also, man nimmt lauwarme oder temperierte Getränke zu sich.