Wenn Rechnen zum Problem wird

AOK unterstützt Online-Projekt LegaKids

Foto: Kinder am ersten Schultag

11.05.15 (ams). Wenn selbst einfachste Rechnungen nicht klappen, ein Kind jede Plus- und Minus-Aufgabe mit den Fingern abzählt und Einer mit Zehnern vertauscht, kann eine Rechenschwäche oder Dyskalkulie dahinterstecken. "Wichtig ist es, Rechenschwäche bei Kindern frühzeitig zu erkennen und betroffene Kinder zu fördern", sagt Dr. Astrid Maroß, Ärztin im AOK-Bundesverband. Das ist auch das Ziel der Internet-Initiative Lega-Kids, die von der AOK unterstützt wird. LegaKids gibt Kindern spielerisch Hilfestellung, will ihnen Mut machen und ihr Selbstvertrauen stärken.

Dyskalkulie zählt zu den schulischen Entwicklungsstörungen. Von einer Rechenstörung spricht man, wenn die Rechenleistung eines Kindes unterhalb des Niveaus liegt, das aufgrund seines Alters, seiner Intelligenz und der Schulklasse zu erwarten ist. Betroffene haben vor allem Probleme mit grundlegenden Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Große Klassen, Lehrerwechsel und Mängel bei der Vermittlung des Stoffs machen es den Kindern noch schwerer.

Kinder mit einer Rechenschwäche können sich kaum vorstellen, dass bestimmte Zahlen bestimmte Mengen darstellen. Sie haben daher Schwierigkeiten, Zahlen und Mengen zu vergleichen, Zahlen zu benennen, richtig zu zählen und sich verschiedene Größenordnungen zu merken. Selbst bei einfachen Rechenaufgaben können sie sich die Ergebnisse nur schwer merken und später aus dem Gedächtnis abrufen. Das führt dazu, dass sie auch in höheren Klassenstufen zählend rechnen, oft mit den Fingern. Da sie mathematische Prinzipien kaum verstehen, erkennen sie auch nicht, welche Rechenschritte für bestimmte Aufgabenstellungen notwendig sind.


Sendefertige Radio-O-Töne mit Dr. Astrid Maroß, Ärztin im AOK-Bundesverband:

Was ist Dyskalkulie?

Was ist Dyskalkulie?

Wie Dyskalkulie festgestellt wird - und was man dann tun kann

Wie Dyskalkulie festgestellt wird - und was man dann tun kann


Kinder entwickeln Abneigung gegen Zahlen

Trotz großer Anstrengungen beim Lösen der Matheaufgaben erleben betroffene Kinder ständig Misserfolge. In der Folge entwickeln viele von ihnen eine Abneigung gegen Zahlen, Angst vor Mathe und besonders vor Prüfungen. Sie sind häufiger psychisch auffällig als nicht betroffene Kinder, zum Beispiel aggressiv oder depressiv. Die Gefahr ist groß, dass sie die Freude am Lernen verlieren und Schule generell ablehnen. Ihre Leistungen lassen dadurch oft auch in anderen Fächern nach. Damit ein solcher Teufelskreis gar nicht erst entsteht, ist es wichtig, Kinder mit Rechenschwäche möglichst früh zu unterstützen.

Lehrerinnen und Lehrer können in der Regel aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung gut feststellen, ob ein Kind dem Lerntempo der Klasse folgen kann und ob es besonderen Unterstützungsbedarf hat. Bei stärkeren Schwierig-keiten kann eine lerntherapeutische Fachkraft hinzugezogen werden. In einer fundierten "Lernstandsdiagnose" wird dann erfasst, welche konkreten Schwierigkeiten das Kind hat - aber auch, wo es schon Wissen und Kompetenz erworben hat, sodass die Förderung hier anknüpfen kann. Der Kinder- und Jugendarzt beziehungsweise Kinder- und Jugendpsychiater kann ebenfalls einbezogen werden, insbesondere, wenn noch andere Faktoren oder Folgeprobleme zu berücksichtigen sind.

LegaKids unterstützt Kinder mit Übungen und Spielen

Ein klassischer Nachhilfeunterricht hilft rechenschwachen Kindern nicht. Sie brauchen eine langfristig angelegte Förderung, die individuelle Probleme und Ursachen berücksichtigt. So bekommen die Kinder die Chance, ein grundsätzliches Verständnis für Mathematik aufzubauen, Defizite im Lernstoff aufzuarbeiten und vor allem Vertrauen in ihre Fähigkeiten zurückzugewinnen.

Darauf zielt auch das Online-Projekt LegaKids ab. Unter www.legakids.de finden Kinder Übungen und Spiele, die sie dabei unterstützen sollen, den Spaß an Buchstaben und Zahlen wiederzufinden. Auf diese Weise will die Initiative dabei mithelfen, Probleme in den Bereichen Rechnen, Lesen und Schreiben frühzeitig zu erkennen und die Lernfreude der Kinder zu fördern. Der AOK-Bundesverband unterstützt die LegaKids-Stiftung seit 2007 im Rahmen der Initiative "Gesunde Kinder - gesunde Zukunft".

Mehr Infos zum Thema gibt es auch auf den Seiten des Bundesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie.
 

Zum ams-Thema 01/15