Bewegung hält Kopf und Körper fit

Besser Lernen

11.05.15 (ams). Bewegung macht nicht nur den Körper fit, sondern auch den Kopf: "Kinder, die sich viel bewegen, profitieren davon auch beim Lernen in der Schule", sagt Dr. Stefanie Liedtke, Sportwissenschaftlerin im AOK-Bundesverband. Tägliches Toben, Rennen und Springen sorgen bei zappeligen Kindern zudem dafür, dass sie ruhiger werden. Immer mehr Grundschulen machen sich das Wissen um den Zusammenhang zwischen Lernen und Bewegung zunutze: Je jünger die Kinder sind, desto kürzer ist die Zeitspanne, in der sie sich konzentrieren können. Fangen die Kinder an zu zappeln und zu stören, gilt es zu reagieren: Fenster auf, alle Kinder laufen einmal durch die Klasse, gehen um ihren eigenen Stuhl oder machen ein kurzes gemeinsames Bewegungsspiel. "Kurze Bewegungspausen können die Konzentrationsfähigkeit fördern", sagt Liedtke. Dabei geht es nicht nur um die Ausdauer beim Lernen, sondern auch um die Aufnahmefähigkeit und Informationsverarbeitung. 

Um Informationen über Sinnesreize aufnehmen zu können, muss der Stoffwechsel im Gehirn aktiv sein. Dafür bedarf es einer guten Durchblutung und Sauerstoffversorgung - beides wird durch Bewegung gefördert. Beim Lernen der Vokabeln auf und ab zu gehen oder einen Spaziergang zu machen, kann daher durchaus hilfreich sein. "Bewegung trägt außerdem dazu bei, dass die Nervenzellen sich untereinander vernetzen und Erlerntes besser im Gedächtnis bleibt", sagt Liedtke. Die Jungen und Mädchen profitieren nicht nur davon, wenn in der Schule oder im Verein Sport stattfindet und die Lehrer ihren Unterricht bewegter gestalten. Auch die tägliche Bewegung zu Hause und in der Familie kommt dem Lernen zugute. "Das können ganz einfache Dinge sein. Je leichter und einfacher man die Bewegung gestaltet, desto öfter macht man sie auch", sagt Liedtke. 

Der Schulweg als Wettrennstrecke

So kann man ein morgenmuffeliges, verschlafenes Kind vielleicht aus der Reserve locken, indem man den Schulweg zu einer Wettrennstrecke umgestaltet. Kommt das Kind geschafft und genervt aus der Schule nach Hause zurück, bietet es sich an, draußen erst einmal eine Runde Ball zu spielen oder Seil zu springen. Bei schlechtem Wetter ist Bewegung durchaus im Haus und auch in kleinen Wohnungen möglich. Mit leichten Tüchern lassen sich viele Spiele bestens ohne großes Getöse in der Wohnung machen, zum Beispiel Schubkarre-Fahren: Das Kind kniet auf dem Boden, stützt sich mit den Armen ab und bekommt mehrere Chiffon-Tücher auf den Rücken "geladen". Nun hebt der Erwachsene die Beine des Kindes hoch, die Schubkarre fährt los, das Kind muss sich so sorgsam bewegen, dass die Tücher oben bleiben. Auch ein kleines Trampolin ist ideal für intensive Bewegung und hat in den meisten Wohnungen Platz. Ganz ohne Zubehör ist das Toben möglich, das die meisten Kinder liebend gern mit ihren Eltern machen.


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