Auch im Winter tut Bewegung gut

Aktiv trotz Kälte und Schmuddelwetter

21.11.17 (ams). Sobald die Temperaturen sinken und die Tage kürzer werden, machen es sich viele Menschen am liebsten drinnen gemütlich. "Kälte und frühe Dunkelheit sind aber kein Grund, zum Bewegungsmuffel zu werden", sagt Sabine Nikolai-Reetz, Bewegungswissenschaftlerin bei der AOK. "Viele Sportarten, die man im Sommer treiben kann, eignen sich auch für den Winter." Zusätzlich locken in der kalten Jahreszeit noch besondere sportliche Vergnügen.

Der Lichtmangel im Winter schlägt vielen Menschen aufs Gemüt. Umso besser, wenn man auch in der kalten Jahreszeit sportlich aktiv ist. "Sportlich aktive Menschen sind weniger anfällig für Infekte, weil das Immunsystem angeregt wird", sagt Nikolai-Reetz. "Und Bewegung hilft, Stress abzubauen, und hellt die Stimmung auf."

Geübte Läufer können auch im Winter weiterhin joggen oder walken. Wer ganz neu einsteigt oder nach längerer Pause wieder einsteigen möchte, sollte sich zunächst kurz vom Arzt durchchecken lassen. Das gilt vor allem für Menschen ab 40 sowie für alle, die an Vorerkrankungen leiden, etwa des Herz-Kreislauf-Systems.

Vor dem Training sollten Jogger und Walker auch im Winter mit einem Dehn- und Aufwärmprogramm starten, um den Stoffwechsel und die Durchblutung anzuregen, da flexible, dehnbare Muskeln weniger verletzungsanfällig sind. "Atmen Sie bei Frost durch die Nase, um Infekten und Reizhusten vorzubeugen", empfiehlt Nikolai-Reetz. Um das Wohlgefühl auch nach dem Training beizubehalten und Muskelverkürzungen zu vermeiden, sollte man - ganz unabhängig von der Jahreszeit - auch nach der Belastung noch einmal dehnen.

Nach dem Zwiebelprinzip anziehen

Wichtig beim Sport im Winter ist die passende Kleidung. Dazu gehören eine Kopfbedeckung, Schuhe mit gutem Profil, Handschuhe sowie atmungsaktive Kleidung. "Ziehen Sie sich nach dem Zwiebelprinzip an, mit mehreren Lagen übereinander", rät Nikolai-Reetz. Im Dunkeln sind Jogger und Walker mit Reflektorstreifen an der Kleidung und einer Kopflampe sicherer unterwegs. Bei Glatteis nützt das beste Schuhprofil nichts und auch die Fahrradreifen haben keinen Halt. "Um Stürze zu vermeiden, ist es dann am besten, aufs Joggen und Walken zu verzichten und das Rad stehen zu lassen", sagt Nikolai-Reetz. Das gilt auch bei extremer Kälte, etwa, wenn die Temperatur unter 20 Grad Celsius fällt. Wann seine persönliche Belastungsgrenze erreicht ist, entscheidet aber jeder selbst.

Rodeln, Schlittschuhlaufen, Schneeschuhwandern

Es gibt eine Reihe von Sportarten, die man nur oder besonders gut im Winter betreiben kann: angefangen beim Rodeln bis hin zum Schlittschuhlaufen oder Schneeschuhwandern. Schneeschuhe sind mit neoprenähnlichem Stoff bespannte Alu- oder Kunststoffrahmen, die unter den Wanderschuhen befestigt werden und dafür sorgen, dass man nicht einsackt.

Wer seine Kondition verbessern möchte, für den bietet sich auch Skilanglauf an. Dabei kommt man auch bei Minustemperaturen richtig ins Schwitzen. "Um Verletzungen vorzubeugen, sollten Anfänger sich die Technik zunächst in einem Kurs zeigen lassen", rät AOK-Bewegungsexpertin Nikolai-Reetz.


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