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ams-Thema 01/18: Weiterentwicklung des Morbi-RSA

Nach den Ankündigungen aus dem Bundesgesundheitsministerium, Eckpunkte für eine Reform des morbiditätsorientierten Risiskostrukturausgleichs (Morbi-RSA) auf Anfang 2019 zu verschieben, setzt die Politik sich selbst unter Druck. Wenn die Reform  im Jahr 2020 finanzwirksam werden soll, muss sie vor der Sommerpause 2019 abgeschlossen sein.

Basis der Reform sind zwei Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesversicherungsamt. Während die erste Expertise überzeugt, ist die zweite mit einigen Fragezeichen zu versehen, sagt der Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), Prof. Dr. Klaus Jacobs im Interview mit dem AOK-Medienservice (ams).

Es geht dabei insbesondere um Zielgenauigkeit. So hat sich gezeigt: Wenn der Morbi-RSA alle Krankheiten berücksichtigt, erfüllt er dieses Ziel besser als das aktuelle Modell mit 80 Krankheiten oder das Modell mit 80 seltenen und teuren Krankheiten.

Am Funktionsprinzip des RSA soll nicht grundsätzlich gerüttelt werden. Hohe Qualität und Sicherheit der im Morbi-RSA verwendeten Daten sind jedoch unverzichtbar. Die Rechenregeln des RSA führen nur dann zu richtigen Ergebnissen, wenn die genutzten Daten frei von Manipulation sind.