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Großes Interesse am Digitalen Gesundheitsnetzwerk der AOK

Foto Besucher am Tag der offenen Tür des Digitalen Gesundheitsnetzwerks

Beim Informationstag konnten sich die Teilnehmer in einer "User Journey" ein Bild davon machen,
wie sich der Versicherte durch das Digitale Gesundheitsnetzwerk bewegt.

(15.11.18) Rund 150 Gäste aus Industrie und Gesundheitswesen haben sich am Mittwoch (14. November) über das Digitale Gesundheitsnetzwerk der AOK informiert. Unter dem Motto "Erleben - Informieren - Diskutieren" stellten Vertreter des Projektes den Besuchern im AOK-Bundesverband verschiedene Aspekte des Gesundheitsnetzwerkes vor. "Die Krankenkassen müssen ihren Versicherten bis 2021 eine elektronische Patientenakte zur Verfügung stellen - und damit den Zugriff auf ihre medizinischen Daten ermöglichen. Dabei dürfen die Krankenkassen ihren Versicherten Mehrwertanwendungen anbieten. Diesen Auftrag nehmen wir ernst und werden ihn mit dem Digitalen Gesundheitsnetzwerk erfüllen", sagte Projektleiter Michael Noll zur Eröffnung der Veranstaltung. "Unsere Idee ist es, ein offenes und wachsendes System zu entwickeln", so Noll.

Die Besucher konnten sich über die technische Architektur des Projektes informieren, eine "User Journey" durch das Digitale Gesundheitsnetzwerk erleben und in einem Feedback-Workshop ihre Eindrücke schildern. Unter anderem wurde anhand eines Show-Cases gezeigt, wie der Datenaustausch zwischen den Praxis-Informationssystemen der beteiligten Ärzte aussehen kann.

"In den vergangenen Monaten hat sich viel bewegt was die Vernetzung des Gesundheitswesens angeht: Projekte werden angekündigt, Gesetze sollen geändert werden und Akteure reden miteinander", betonte Michael Noll. Im Digitalen Gesundheitsnetzwerk sollen die Patienten ihre Gesundheitsdaten verwalten und steuern können, wer im Behandlungsprozess auf welche Informationen zugreifen darf. Damit würden die Versicherten "als wesentliche Akteure integriert und ihr aktives Mitwirken bei Prävention und Behandlung unterstützt", so Noll. "Aber nur weil die Daten in einer Akte liegen und den Versicherten zur Verfügung stehen, haben wir nicht automatisch eine Versorgungsverbesserung", betonte der Projektleiter. "Dazu müssen die Daten fließen. Die Voraussetzung dafür ist ein funktionierendes und granulares Berechtigungsmanagement anstelle eines gerichteten Versands an bekannte Empfänger. Nur so erreichen wir die Bereitstellung relevanter und strukturierter Informationen für alle an der Behandlung Beteiligten."

Ein weiterer Aspekt der Vorträge und Diskussionen war das Thema Interoperabilität. Man setze auf international etablierte Standards wie "Health Level 7" (HL7) und "Integrating the Healthcare Enterprise" (IHE), betonte Projektleiter Noll: "Wir schaffen nichts völlig Neues, sondern setzen bewährte Architekturen in Deutschland um. Das Digitale Gesundheitsnetzwerk kombiniert dabei die Möglichkeit des Versicherten, seine Daten einzusehen - also eine Patientenakte -, mit der Anbindung von dezentralen Versorgungsnetzen." Die Erweiterungs- und Anschlussfähigkeit sei nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern "zentrale Maxime für unser Aktenmodell", so Noll. "Dazu gehört ganz klar auch, dass wir uns in die bestehenden Dienste und Anwendungen der Telematik-Infrastruktur einfügen und diese sinnvoll um Mehrwertanwendungen erweitern wollen."


Weitere Infos: www.aok-gesundheitsnetzwerk.de